AW: Mein Vater hat Lungenkrebs - Gedanken einer Angehörigen
Bald ist es soweit....
Ich habe einige Zeit nicht geschrieben, da es immer wieder und wieder Rückschläge gab.
Mein Vater isst seit einigen Tagen gar nichts mehr. Pro Tag bekommt er nun vll noch ein Glas Wasser runter.
Ich habe mittlerweile auch kein Mitleid mehr für ihn übrig. Auch keine Trauer.
Es ist wie es ist.
Er ist in vielen Dingen sehr, sehr uneinsichtig. Er versteht nicht, dass sein körperlicher Verfall (bzw. die Geschwindigkeit in der er sich vollzieht), darin begründet ist, dass er weder trinkt noch isst.
Zusätzliche Therapien hat er abgelehnt.
Er wird den Hungertod sterben.
Meine Mutter hat meine ganze Aufmerksamkeit. Durch das Leid, dass sie nun erfahren muss, ist nun ihre Autoimmunhepatitis wieder ausgebrochen.
Zeitweise musste ich beide Eltern pflegen.
Ich selbst leide eher unter meinen Tanten, die in Gesprächen nun wirklich jedes Fettnäpfchen erwischen. Es sind seine Schwestern und sie können nicht verstehen, dass wir meinen Vater nicht zum Essen 'zwingen' können und wollen.
Allerdings haben wir vom Arzt und von Bekannten Zuspruch erhalten. Der Wunsch des Patienten geht über die eigenen.
Das eigene Leid ist dabei so groß, dass keinerlei Emotionen mehr möglich sind. Keine Angst, keine Trauer, kein Mitleid.
Allein die Hoffnung, dass er seine letzte Reise möglichst schnell und schmerzlos antreten darf.
Wir haben uns damit abgefunden und hoffen, ihm so den Weg zu erleichtern.
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