AW: Chemo Tagebuch, Erfahrungsaustausch, gemeinsames Durchstehen!!!
Hallo Moonflower, lass Dich zuerst mal ganz fest in den Arm nehmen! Mensch, das tut mir so leid - zusätzlichen Kummer braucht doch jetzt wirklich niemand!
Ich möcht mich einerseits den Kommentaren, die Du bereits bekommen hast, anschließen. Mit dem Krebs umzugehen und da die richtige Verhaltensweise zu finden, ist für viele sehr schwer - es verursacht ja wirklich auch bei den *nur* mittelbar Betroffenen Ängste und verändert deren Leben nachhaltig. Und es ist sicher richtig, dass sich Männer damit schwerer tun als wir Weiber.
Aber: trotz allem gibt es den Spruch von den guten und den schlechten Tagen, und der gilt auch ohne Ehe. Sicher muss man dem anderen die Chance und die Zeit geben, seine Position in dem ganzen Schlamassel zu finden. Aber ich glaube, wenn man in einer Lebenskrise das Gefühl hat, allein gelassen zu werden, hinterlässt das Risse, die nur ganz schwer wieder zu kitten sein werden. Auch bei uns knirscht es derzeit mehr im Gebälk als üblich, und wir haben wirklich sonst eine sehr harmonische Ehe, trotz vieler anderer Schläge in den letzten Jahren. Aber ich habe trotzdem immer das Gefühl, mein Mann steht zu mir und versucht mich zu stützen. Mit einer Partnerschaft, die nur in sonnigen Tagen gut läuft, kann ich nichts anfangen - dazu gibt es eben in einem normalen Menschenleben auch zu viele andere Tage. Es ist nicht fair, das Gefühl vermittelt zu bekommen, das jetzt mal alleine durchstehen zu müssen.
Lange Rede kurzer Sinn: Hör nicht auf, ihn mit Deinen Gefühlen zu konfrontieren. Das ist die einzige Chance, ihn ins Boot zu holen. Ich wünsche Dir sehr, dass es Dir gelingt. Eines, was ich aus meinem Leben gelernt habe, ist jedoch, dass eine Parnterschaft nicht mehr Kraft kosten darf, als sie gibt.
Lass Dich nochmal drücken!!!
An alle anderen auch ganz liebe Grüße
Ulrike
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Zuviel Denken schadet manchmal - zuwenig immer.
(Unbekannt)
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