AW: Austausch von Usern mit fortgeschrittener Erkrankung
Hallo,
ich sollte heute meine "letzte" Carbotaxol-Chemo bekommen, leider ist aber eine Magen-Darm-Grippe dazwischen gekommen. So schlimm war es gar nicht, aber auch heute, am Tag nach den eigentlichen Symptomen, war ich noch total geschafft. Die wollten die Chemo eine ganze Woche verschieben, da habe ich protestiert und auf Freitag bestanden - jetzt weiß ich nicht, ob das so schlau war. Morgen habe ich wichtige Termine bei meiner Arbeit, hoffentlich geht es mir gut genug...
Wie immer deprimiert es mich, wenn ich nicht kann, wie ich will. In diesen Momenten bereue ich beinah, dass ich meinen Job beibehalten habe, inkl. Verantwortung für 2 Leute, die mich mit jeweils 10 Stunden pro Woche entlasten sollen, mit denen ich aber doch wenigstens ab und zu persönlich kommunizieren müsste. Andererseits hat es mich schon so oft stolz und zufrieden gemacht, das noch zu schaffen. Seit vor Weihnachten jedoch "versage" ich auf ganzer Linie, ich weiß, völlig verständlich, aber es macht mich so unzufrieden!!!!
Das wird noch ein harter Lernprozess für mich, zu akzeptieren, dass das Nichtkönnen irgendwann in nicht allzu fernere Zukunft von der Ausnahme zur Regel werden wird....Kann mich nicht einfach am Tag X der Schlag treffen, ohne vorherige Symptome jeglicher Art? Ich weiß, mein Problem ist klitzklein verglichen mit denen von vielen anderen hier, die pausenlos Chemo machen müssen und deren Leben wirklich bedroht ist. Es ist aber auch nicht besonders toll, sich ständig bewusst sein zu müssen, dass das alles noch vor einem liegt, und zwar unweigerlich...
Sorry, diesmal nicht sehr motivierend....
sus
Geändert von susaloh (05.01.2012 um 09:24 Uhr)
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