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Alt 29.04.2012, 11:02
OpaTochter OpaTochter ist offline
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Standard AW: Von Verzweifelung Angst und Hoffnung getrieben

Hallo Ihr alle erst einmal.

Ich war jetzt ein paar Tage nicht online. Habe auch noch nicht nachgelesen, wie eure Tage waren. Ich hoffe euch und euren Lieben geht es halbwegs gut.

Wir hatten die letzten Tage Horror pur. Am Mittwoch hatte mein Papa ein Gespräch wegen dem gemachten CT. Das war sehr ernüchternt. Also anscheinend hat sich dieses Mistvieh von der Chemo nicht wirklich beeindrucken lassen. Die Tumore sind wohl nicht gewachsen, aber auch nicht wirklich zurückgegangen. Lympfknoten sind auch weiter befallen. Merkwürdig, wo doch der kleinzellige Krebs angeblich soo gut auf Chemo anspricht. Ich frage mich also, ob der Krebs nicht sooo schnell wächst wie er es angeblich tut und deshalb nicht auf die Chemo anspricht, oder ob er sooo schnell wächst, dass er zwar auf die Chemo anspricht, aber dadurch quasie nur das Wachstum gestoppt wird Wie auch immer. Er soll sich jetzt Termine für Bestrahlung holen,...

Und als wären das nicht genügend Sch... Nachrichten, habe ich dann festgestellt, schlimmer geht immer.

Mittwoch Nacht fing unser Kleiner an zu fiebern. Nicht soo schlimm. Donnerstag morgen für den blauen Zettel zum KiA. Der schien irgendwie "aufmerksam" ich weis nicht wie ich es beschreiben soll. Wir sollten auf jeden Fall wiederkommen, wenn es IHm schlechter geht, er anfängt zu spucken oder wenn am nächsten Tag das Fieber nicht weg ist. Ich habe gefragt ob er einen "Verdacht" hat. Er dann "Nö, einfach so, wäre besser.."
Nun ja, wir dann nach Hause er fing natürlich an zu spucken (Tut er IMMER wenn es Ihm schlecht geht). Gegen Mittag fing er dann aber an,... er wurde schläfrig, Kopfweh, gepennt, anschließend ging es Ihm nicht wirklich besser. Ihr kennt das sicher. Es gibt Dinge die sind "normal" und irgendwann wird es "komisch". Kurz vor Feierabend dann den KiA angerufen es geht IHm schlechter. Wir noch hin. Er wieder untersucht: "Keine Panik, aber ich habe einen ganz leichten Verdacht auf Meningitis. Ich glaube es ist nichts, aber besser abklären".
Kind eingepackt, Mann angerufen, Klamotten zusammengesucht und Krankenhaus. Die dann auch erst mal untersucht, Blut abgenommen, Tropf gesetzt aber erst mal noch keine Rückenmarkpunktion. Es ging IHm zwar schlecht aber nicht sooo schlecht. Fieber im Krankenhaus fast nicht vorhanden so knapp 38°C.
Also erst mal meine Eltern angerufen. (Was man alles nicht braucht). Die hätten sich fast ins Auto gesetzt und wären direkt losgefahren Einen Krebspatienten im Krankenhaus beim Kind mit Hirnhautentzündung SUPER TOLLE IDEE.
Kurz vor Mitternacht dann erst mal vorsichtige Entwarnung Blutwerte in Ordnung, aber weiter beobachten. Alle zwei Stunden Blutdruck und Fieber messen.
Freitag Morgen war ich dann nur noch ein Häufchen Elend . Sohnemann ging es immer noch schlecht. Mochte nicht sitzten. Wieder gespuckt. Aber kaum Fieber. Mittags wurde das Kopfweh dann sooo schlimm, dass wir Ihm Iboprofen gegeben haben. Dann ging es Ihm SUPER bis etwa 5 Uhr. Dann wieder schläfrig, mochte nicht sitzten nur liegen,.... Abends dann wieder Temperaturanstieg auf 38,5°C Kind vor Schmerzen gebrüllt. Wieder Iboprofen. Maus geschlafen. Um 1:00 Uhr habe ich dann gemerkt, dass er patschnass geschwitzt war. Da er eh pinkeln musste habe ich die Nachtschwester gerufen, dass die den Zugang abmacht, Bett neu beziehen , Kind trockene Sachen anziehen. Temperatur gemessen 34,2°C
Am nächsten Morgen ging es Ihm dann aber Gott sei dank deutlich besser. Temperatur 36,3°C . Ich gefühlt: "Er fühlt sich aber warm an!!!". ENDLICH konnte ich auch wieder DENKEN. Die Krankenschwester dann ein normales Thermometer geholt und ich rektal gemessen. 37,8°C . Heißt wir haben im Krankenhaus die ganze Zeit 1.5°C zu wenig gemessen. Ich war echt bedient. Mein Mann hat dann unser Ohrthermometer mitgebracht. Und,... wir können die "Richtige" Temperatur messen. Es ging Ihm dann merklich besser. Bzw. eigentlich ging es ihm richtig gut. Temperatur ging dann nachmittags zwar auf "richtige" 38°C rauf unser Kind hat sich jedoch selbst entlassen. Es hieß wir sollten eigentlich noch auf den Doc warten. Er ging dann hin klopfte an und brüllte über den ganzen Flur "Ich will hier raus! SOFORT!!!!". 5 Minuten später hatten wir die Entlassungspapiere.

Lange Story, Tschuldigung.

Na ja, jetzt sitzen wir hierbei leicht bewölktem Wetter und relativ milden Temperaturen in Süd-West Holstein statt bei 24°C in NRW. Hätte schlimmer kommen können.

Haben wir aber echt nicht gebraucht. Ich wusste nicht, dass man NOCH MEHR HEULEN KANN.

In dem Sinne wünsche ich euch einen unaufregenden Sonntag.
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Nicht mehr OpaTochter


Beruf: Optimistin (meistens)

Motto: Schlimmer geht immer.

Papa: SCLC, Diagnose 07.02.2012
Den Kampf verloren am 18.11.2013




Hier gibt es meine Vorstellung:
http://www.krebs-kompass.de/showpost...&postcount=524
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