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Alt 24.08.2012, 08:01
Sandra7 Sandra7 ist offline
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Standard AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich

Lieben Dank für Eure Antworten.

Zum Glück sind das keine Freunde die solche Dinge sagen, sondern Arbeitskollegen.

Unseren Freundeskreis habe ich schon ausgemüllt. Es gibt tatsächlich einen eigentlich sehr guten Freund von meinem Mann, der ihn nicht im Krankenhaus besucht, weil er meint er würde es damit heraufbeschwören auch Krebs zu bekommen, wenn er ihn auf einer Krebsstation besucht. Zu dem habe ich den Kontakt gleich abgebrochen.

Bei der Arbeit ist das halt schwer einigen Leuten aus dem Weg zu gehen, da man beruflich halt doch mit denen zu tun hat. Da kann man den Scheiß, wenn einem nichts Schlaues als Antwort einfällt, wohl einfach nur über sich ergehen lassen.

Noch mal so ein paar Beispiele von blöden Sprüchen

„Krieg Dich mal wieder ein, Eure Prognose ist doch gut, heulen kannst Du später immer noch“

„Ach so, Lymphknotenkrebs, das doch ein guter Krebs“ (Keine Ahnung was an Krebs gut sein soll)

„Wenn Dein Mann nicht so schlimme Nebenwirkungen hat, dann wirkt das bestimmt doch nicht so gut“

„Da kannst Dich ja bei Deiner Schwester bedanken. Die ist doch Schwanger, oder? Es heißt doch immer, wenn ein Baby geboren ist, dann stirbt jemand anderes“ (Meine Schwester hat schon ein Kind und da ist auch keiner gestorben)

„Naja, wenn das jetzt schon alles fast weg ist, ist das bestimmt auch nicht gut. Was schnell weg ist, kommt bestimmt auch schnell wieder“

Und ich bin halt derzeit noch nicht soweit, dass ich mich an den positiven Aussagen von richtigen Freunden oder den Ärzten hochziehen kann. Ich höre dann nur so was und bin wieder total von der Rolle.

Dabei sind die Ärzte in Kiel echt toll. Die haben immer Zeit für einen, man kann alles Fragen und die erklären einen auch alles. Die haben auch von Anfang an gesagt, dass sie immer ehrlich sind. Sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Und von den Ärzten gab es bisher nur positive Aussagen. Die Chemo schlägt gut an, die Tumormaker und das Lymphom sind so gut wie weg, die Nebenwirkungen halten sich zum Glück auch in Grenzen und das es bei meinem Mann um Heilung geht, haben Sie Montag auch noch mal gesagt.

Und trotzdem bekomme ich die ganzen blöden Sachen die Leute einen so um die Ohren hauen nicht aus dem Kopf. Klar, man kann nie wissen was noch passiert, aber eigentlich sollte ich doch schon vorsichtig positiv in die nahe Zukunft blicken können. Aber ich lasse mich nur runterziehen, da ich ja halt sehr große Angst um meinen Mann habe. Und mir geht es dadurch psychisch natürlich auch nicht gut. Dabei brauche ich ja meine Kraft um für ihn da zu sein. Ich bin irgendwie nicht dazu in der Lage, das negative mal wegzufiltern. Ich hoffe, dass ich das in nächster Zeit noch mal lernen werde.

Es tat aber echt gut, dass hier mal alles Aufschreiben zu können
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