Hallo Sandra,
erst mal ein herzliches Willkommen hier, wenn auch aus traurigem Anlass.
Ich denke die "dummen" Sprüche hier kennt wohl jeder in der ein oder anderen Form. Bei uns (mein Papa) ist die Prognose quasie genau anders rum. Entsprechend scheine ich genau die "anderen" Sprüche immer gehört zu haben.
"Es wird schon wieder"
"Oh, gut das er wenigens nicht operiert werden musste"
usw.
ich habe eine Arbeitskollegen mal wegen einem "Wie geht es denn deinem Papa?" voll ins Hallo gestellt.
Zur Zeit habe ich innerlich etwas Abstand gewonnen und sehe diese Sprüche mit ein wenig mehr Distanz. In der Regel wollten mich die Leute wohl wirklich trösten und aufbauen. Auch waren Sie interessiert.
Wer nicht gerade selbst betroffen ist (und selbst dann nicht unbedingt), beschäftigt sich nicht mit dem Thema. Und 5% sind sehr relativ. Ich habe eine flüchtige Bekannte getroffen, die hat auch Lympfdrüsenkrebs (mit zwei kleinen Kindern) und wir haben uns unterhalten. Irgendwann haben wir uns angeschaut, gegrinst und gesagt: Guck mal, so relativ sind 5%. Bei mir sind 95% Überlebenswahrscheinlichkeit erschreckend wenig. Du versuchst dich an die 5% zu klammern. Ist aber total egal, wenn man hinterher auf der falschen Seite steht. Und die Chance vom Bus überfahren zu werden gibt es ja auch noch. Fakt ist, kämpfen ist angesagt und die Zeit nutzen.
Was aber Deine Schlagfertigkeit angeht. Mir fehlte es in der Regel auch daran. Da die meisten Kommentare, aus der Entfernung betrachtet aber nicht böse gemeint waren (und darauf kommt es an), war es wohl auch gut so, dass ich den Leuten nicht immer gesagt habe, was ich mir gedacht habe. Vielleicht legst Du Dir ein paar Standartsprüche zu.
"Geht im gut. Mit Perücke sieht er besser aus als vorher"
"Ja, ist nicht so schlimm mit dem Krebs. Nur blöde, dass wir nur ein Klo haben und er es ständig vollk***"
Dir fällt sicher noch einiges mehr dazu ein.
Ich schicke euch eine Portion Kraft, alles Gute und das Ihr zu den "richtigen Prozenten gehört"