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Alt 27.10.2012, 10:20
edith57 edith57 ist offline
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Standard AW: ich habe solche Angst!

Hallo ihr Lieben,

Vielen Dank für eure lieben Worte und Grüße, die ihr mir da gelassen habt. Es freut mich ungemein, dass ihr so mit uns mit lebt.

Und wieder ist eine Woche vergangen - ein Tag wie der andere - ruhig und ohne Vorkommnisse. Er steht am Morgen mit mir auf, ich mache Kaffee für mich (er trinkt seit langem keinen mehr) und er setzt sich zu mir an den Tisch, um dann 5 Minuten später zu sagen: "ich muss mich noch ein paar Minuten hin legen...."

Und dann liegt er bis zum Mittagessen auf seinem Sofa, schaut abwesend in die Flimmerkiste und schläft immer wieder ein. Am Mittag setzt er sich wieder an den Tisch und isst ein paar Löffelchen mit. Dann braucht er wieder "Urlaub", wie er seit neuestem dazu sagt - und legt sich wieder auf sein Sofa. Bis am Abend - da kommt er wieder an den Tisch und löffelt meistens ein kleines Joghurtbecherchen aus. Dann geht es wieder zurück auf's Sofa.

Und manchmal rafft er sich auf und geht 2 Minuten an die frische Luft, setzt sich auf einen Stuhl und atmet tief durch. Leider ist bei uns seit einer Woche sehr starker Hochnebel - die Luft ist sehr feucht und kalt. Und seit heute früh schüttet es in Strömen - bis am Abend soll es sogar Schnee geben.....
Dieses Wetter drückt gewaltig auf seine (und meine) Stimmung. Bei Sonnenschein geht es ihm gleich ein wenig besser - auch wenn er diesen nur vom Sofa aus genießt.

Leider war er immer noch nicht "groß" auf dem WC - seit dem 9. Oktober! Er sagt, dass nichts mehr drückt so wie vorher und dass es ihm egal ist. Ich wollte bereits im Krankenhaus oder beim mobilen Palliativteam Hilfe holen oder erfragen aber er will nicht. Er hat auch seine Zäpfchen noch nicht angerührt und in den letzten Tagen ist mir aufgefallen, dass er auch kaum noch Wasser lassen muss. Er sagt, dass nichts rauskommen kann, wenn er nur so wenig isst und trinkt - aber ich frage mich, wo "das wenige" hin geht?

Seit einer Woche ist seine Stimme ganz schwach, ich muss immer ganz nah zu ihm, damit ich höre, was er sagt. Und heute Nacht hatte er Probleme mit dem Abhusten von Schleim - ich glaube, er ist zu schwach dazu.

Und als ich ihm so zugehört habe, musste ich plötzlich weinen - ich war so traurig und er hat mich getröstet und dann habe ich ihn ganz zart umarmt und wir sind so eingeschlafen. Ich trau mich kaum noch, ihn zu halten - er ist so dünn und ich habe Angst, dass meine Arme auf die großen Metastasen drücken und dass ich ihm weh tue. Er tut mir soooo leid.

Aber er will immer noch nichts hören vom Palliativ-Team und ich lasse ihm seinen Willen. Solange ich es alleine machen kann, bestimmt er allein. Das ist alles, was ihm noch geblieben ist.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, auch wenn das Wetter schlecht ist und umarme euch alle mal ganz fest

Edith
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mein Mann:
NSCL ED 21.10.2010
nach langem Kampf ins Licht gegangen am 30.11.2012
für immer in meinem Herzen

http://www.youtube.com/watch?v=ibREmAkEgJo
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