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Alt 11.02.2013, 00:33
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Standard AW: Ich habe Dich im Stich gelassen......

Liebe Edda,

wie traurig, dass auch Du Deinen geliebten Mann verlieren musstest -
mein herzliches Beleid.

Schau mal:
Zitat:
Du warst so lange im Koma,
man nahm die Narkotika heraus, die wolltest und wurdest nicht mehr wach.
Stets saß ich an Deinem Bett, redete ununterbrochen über unsere Zukunft,
paradox, nicht? Redete davon, wie sehr ich Dich liebte, war eigentlich täglich zwischen 6 und 8 Stunden bei Dir. War , als es Dir schlechter ging, auch
"Patientin auf der Intensivstation".
Was hättest Du noch tun können??????

Ich habe über lange Zeit im Hospiz sterbende Menschen begleitet und auch
in meinem privaten Umfeld. Was ich dabei u.a. gelehrt bekam, entspricht
auch der Meinung meiner damaligen Kollegen, nämlich:
dass wir alle immer wieder den Eindruck hatten, dass sterbende Menschen
den Zeitpunkt ihres Todeseintritts - also den Moment, in dem sie ihr Leben loslassen -
mitbestimmen. Und auch, dass sehr viele Menschen diesen Zeitpunkt wählen, wenn sie alleine sind.

Viele Gespräche habe ich mit Sterbenden geführt, die sagten, dass sie selber längst bereit wären, zu gehen ...
sich aber darüber Sorgen machten, ihre Angehörigen "so traurig und allein zurücklassen zu müssen".
Sie konnten nicht sterben, weil ihre Sorge sie "festhielt" im Leben.

Es sind mir Menschen (Angehörige) begegnet, die immer da waren - sich 24 Stunden am
Bett abwechselten ... und gingen sie dann irgendwann mal gemeinsam wenige Minuten vor die Tür -
ja, dann hat der sterbende Mensch
den Moment genutzt, aus seinem Cocon zu schlüpfen und in die Freiheit zu fliegen ...

Manchmal sogar hat einer der Ärzte sinngemäß zu den Angehörigen gesagt:
"Schauen Sie mal: Können SIE sich vorstellen, wie schwer es sein muss,
wenn da immer jemand sitzt, Sie anschaut und angespannt ist, welcher Ihrer Atemzüge der letzte ist?
Können Sie sich vorstellen, wie schwer es sein muss, wenn man wie auf einer "Bühne" daliegt in dem
Wissen, die "Zuschauer" sind die Menschen, die man liebt und die man verlassen muss?"

Bitte, tu eines nicht: malträtiere Dich nicht selbst mit solchen Vorwürfen!
Es ist schon schlimm genug, mit dem Verlust und all den Bildern und Erinnerungen, die Du sicher an die
Zeit seines Komas hast, zu verkraften.
Du hast soviel Zeit an seiner Seite verbracht -
Du hast ihn alles andere als im Stich gelassen ...
aber Du läßt nun Dich selbst im Stich
und fügst Dir selbst nun noch mehr Schmerz zu!

Lass bitte nicht zu, dass das passiert.

DU wolltest bei ihm sein - ER hat es für sich aber anders entschieden.

Und ich bin überzeugt:
die Liebe, die Du ihm geschenkt hast, hat ihm den Weg erleichtert
SANFT und FRIEDLICH einschlafen zu können.

Sei stolz auf Dich, dankbar und finde Frieden in Dir und Deinem Herzen
und eurer Liebe, die ja für immer bleibt!

Mitfühlende Grüße,
Angie
__________________
... meine Freundin Heike ist am 24. Mai 2010 mit 48 J ganz friedlich für immer eingeschlafen ...

... meine liebe Freundin Lilli44 - auch Du hast für immer Deinen Platz in meinem Herzen ...


... I`ll see you when the sun sets!!!

Geändert von HeikesFreundin (11.02.2013 um 00:38 Uhr)
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