Guten Morgen Zusammen,
oh Mann oh Mann... hier wird ja mal wieder an allen Fronten gekämpft. Es tut mir wieder so leid, dass alles von euch zu lesen.
Wie sich das alte Leben angefühlt hat, weiss ich auch nicht mehr. Obwohl wir ja zwischendurch ein fast normales Leben führen konnte. Aber seit dem Tag der Diagnose ist die Unbeschwertheit weg und mit jeder Chemo und jeder Op schwindet unsere Hoffnung.
Die OP hat knapp 4 Stunden gedauert. Der Darm war total verklebt und es musste wieder ein Stück entnommen und wieder zusammen geflickt werden. Der Arzt hat wohl versucht, den Darm etwas anders zu legen, damit er nicht wieder an der gleichen Stelle verkleben kann. Leider hat er auch wieder Tumorgewebe gesehen, was aber wohl nicht wegoperiert werden konnte, da zu sehr mit Leber und Niere verschmolzen. Ganz verstanden haben wir das bis heute noch nicht. Aber das ist für uns momentan noch zweitrangig. Wichtig ist jetzt, dass der Darm wieder richtig funktioniert. Alles andere können wir dann noch mit dem Onkologen besprechen.
Mein Mann liegt noch auf Intensiv, aber es geht ihm nach so einer schweren Op schon wieder recht gut. Die Intensiv in Horst ist aber auch eine sehr angenehme Station und das Pflegepersonal ist dort super lieb. Mein Mann wird da bestens betreut. Das ist für mich auch gut zu wissen. Sie wollen ihn erst auf die normale Station entlassen, wenn er Stuhlgang hatte. Er durfte bereits am Samstag trinken und ganz leichte Kost wie Joghurt essen. Sie laufen mit ihm auch schon ein paar Schritte jeden Tag. Und was für mich sehr wichtig ist, er ist sehr positiv gestimmt. Oki...kann auch mit an den Medis liegen, die er bekommt
Etwas seltsam war nur die Stationsärztin von der Intensiv, die hat meinen Mann einen Tag nach der Op gefragt, was er denn so arbeitet. Und gemeint, dass er diesen Beruf wohl nie wieder ausüben könnte und er solle sich überlegen, ob er nicht Rente beantragen will. Das hat ihn etwas herunter gezogen, es kam so rüber als wollte sie sagen, geniessen sie noch die paar Tage, die sie haben. Unglaublich! Was mischt die sich da rein? Und das einen Tag nach der Op? Wenn dann kann der Onkologe das mit uns zusammen besprechen, aber was sollte das von der Ärztin? Kann ich absolut nicht nachvolziehen. Sie war wohl auch sehr entsetzt, dass mein Mann zwischen den Chemos immer wieder arbeiten war. Das muss doch auch jeder für sich entscheiden. Meinem Mann tat es zumindest immer gut zu arbeiten, wenn er fit genug dafür war.
Ich bin mal gespannt, wie es die Woche weiter geht. Und hoffe, dass ich meinen Mann ganz schnell wieder zu Hause habe. Die Krankenhausrennerei ist ganz schön anstrengend.
LG MEL