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Alt 04.02.2015, 22:11
Anchilla Anchilla ist offline
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Standard AW: OP oder nicht?

Hallo Ihr Lieben,

ich habe jetzt so viel gelesen und möchte auch ein paar Worte sagen. Nicht als Anghöriger, sondern als Betroffene, deren Kinder sich auch sehr große Sorgen machen.

Es ist schön, dass Ihr Eure Mama so liebt, so an ihr hängt, ihr helft, für sie da seid. Das kann sich eine Mama nur wünschen.

Meine Kinder waren zu Hause immer für mich da, dann natürlich auch in der Klinik, welche weit entfernt war. Immer war jemand da. Und ich muss gestehen, direkt nach der Whippler-OP brauchte ich auch die Anwesenheit meines Mannes, meiner Kinder und ein paar Tage später auch meiner Enkel.

Meine Kinder machen sich genauso Sorgen wie Ihr alle auch um Eure Mütter.
Aber überlegt bitte, ob Mama nicht gewollt hätte, dass ihr auch LEBT. Dass Ihr Euch nicht NUR sorgen macht. Sondern auch Euren Alltag lebt. Vielleicht wollen Eure Mamas auch etwas weniger betütelt werden, um wieder Normalität in das eigene Leben zu bringen. Um der Krankheit den Kampf an zu sagen.

Ich lese von Freunden die Krank sind, aber wenig von Freunden die unterstützen.

Mein Cousin wohnt im Nachbarort, ist fast wie ein Bruder für mich. Seine Enkelin war so alt wie mein Enkel. Mit 3,5 Jahren wurde bei der Kleinen Krebs entdeckt, mit knapp 7 Jahre ist sie leider von uns gegangen. Sie ging mit meinem Enkel in die 1. Klasse. Mein Enkel war sehr traurig, sagte, dass nur die Sch...Krankeit daran schuld sei, dass sie jetzt tot ist. Mit Gespräch und Erklärung hat er es sehr gut überwunden. War auch mit in der Kirche um sich zu verabschieden. Wir gehen öfters zum Grab und er legt etwas nieder. Ich glaube, dass ihm ein verhältnismässig normal gezeigter Umgang mit dem Tod gut getan hat.

Ich lese bei Euch kaum Zuversicht. Bitte lasst Euch helfen, auch professioniell. So könnt Ihr auch Eurer Mama helfen.

Ich glaube, ich selbst würde durchdrehen, wenn meine Tochter mit ständig Ihre Sorge zeigen würde.

Ich bekomme auch die einfache Chemo, bei der die Haare nicht ausfallen sollen. Ich vertrage sie gut, auch wenn doch ein paar Haare ausfallen. Meistens hab ich an einem Tag der Woche eine Durchhänger, wo ich mich einfach mal nicht so fit fühle.

Ich weiß nicht was kommt, irgendwas stimmt mit der Leber nicht und ich muss nächste Woche zur Untersuchung. Aber jetzt ist Faschingszeit. Und ich lebe noch. Ich war tanzen (geht nicht so lange wie vorher, aber es geht), ich habe mich heute wieder im Fitness-Studio angemeldet (auch hier ist noch nicht sooo viel möglich), aber ich brauch Normalität, brauch mein Leben zurück.

Bitte gebt Euren Mamas Kraft indem Ihr nicht nur traurig seid, sondern sie unterstützt zum Leben.

Ich hoffe Ihr versteht mich nicht falsch. Es ist einfach lieb gemeint.
Ich finde es total schön, wie sehr Ihr Eure Mama liebt.

Und die Mama´s die schon gegangen sind, sind jetzt an einem Ort, wo es Ihnen gut geht. Sie werden ein Auge auf Euch haben. Aber Ihr müsst ein wenig mithelfen, dass es Euch gut geht.

Ich wünsche Euch viel Kraft.

LG

Bärbel
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