AW: Chemo Tagebuch, Erfahrungsaustausch, gemeinsames Durchstehen!!!
Ihr Lieben, liebe Mona, Juli, Lula, Resi, Mickey, Katja, Sharky, Tinki, Jonna, Flower, Molpha, Monika, Eisblume,
ich kam mal wieder nicht mit dem Schreiben hinterher. ENTSCHULDIGUNG von ganzem Herzen, gelesen habe ich immer wieder und auch mal ganz kurz gemailt, aber eben nicht ausführlich.
Schön, dass wir alle immer wieder solche Momente oder auch ganze Tage von Glücklichsein, Wohlfühlen, was Schönes unternehmen, Freunde sehen, kleine und grössere Erfolgserlebnisse haben, wie Ihr sie beschreibt. Anstrengend um nicht zu sagen kraftraubend, immer wieder auch Angst einjagend ist alles doch schon genug. Und dass wir so vom Wetter verwöhnt wurden und immer noch werden, das war ja auch toll und hilft.
Meine erste EC-Chemo habe ich wirklich erstaunlich gut verkraftet, so dosisdicht alle 2 Wochen wird das aber auf die noch 3 Male betrachtet vermutlich nicht die ganze Zeit sein, aber... jeder gute Tag zählt, eigentlich zählt er sogar mehrfach, oder?
Von Pacli habe ich immer noch mal wieder taube Gefühle oder Kribbeln in den Fußsohlen/-ballen und versuche das mit Selbstmassage zu lindern. Klappt manchmal, nicht immer leider ;-) Was wirklich immer hilft, ist die Routine, die ich seit Anfang Februar mit dem 'Kampfwandern' quer durch Frankfurt, am liebsten den Main rauf und runter, aufgebaut habe. Das hilft neben der Neulasta, die ich immer schon herbei sehne, will sie die Blutbildung gut boostet, mir persönlich am meisten fürs Immunsystem, die Blutbildung und macht den Kopf frei. Mittlerweile ist das wohl schon ein Tick oder eine Besessenheit, aber wenn sich der Wahnsinn darauf beschränkt, geht's doch noch, finde ich. 2 Stunden strammes Laufen - in wenigen Momenten des Übermuts auch mal kurz (!!) rennen - jeden Tag müssen sein, sonst werde ich unruhig. Die Anfänge waren nicht so leicht, und insbesondere bei miesem Wetter kostet es mich Überwindung. Mutig geworden habe ich mir schon ein kreisch(!)pinkes (mit etwas schwarz zum Abmildern, damit die Entgegenkommenden nicht geblendet in den Fluss kippen) Joggingoutfit für 'danach/dazwischen' bestellt.
Mona hat Recht, unsere Zeit mit den Medikamentencocktails wird nicht spurlos an uns vorüber gehen. Schon jetzt blitzt mal der Gedanke durch mein Hirn, wie man das ganze Gift anschließend wieder aus dem Körper bekommt und das Immunsystem wieder auf die Reihe. Klar, erst später wichtig, aber eben wichtig. Ein großer Teil geht ja sicher auf natürlichem Weg heraus, ansonsten denke ich an eine Ayurveda/Panchakarmakur. Wenn jemand von Euch damit schon Erfahrungen hat, wäre ich sehr interessiert. Allerdings erstmal eher in Deutschland, obwohl ich begeistert durch die Welt reise, möchte ich mir das dafür noch nicht zumuten. Möglichkeiten, die ich fand, gibt's in der Habichtswaldklinik in Kassel und in Essen-Mitte. Und in Frankfurt sogar ambulant bei der früheren Leiterin der Habichtswaldklinik.
Diese Woche ist meine 'Büro-Berufs-Normalitäts-Woche", das macht einen solchen Spaß als Abwechslung, dass ich erst abends merke, dass es auch anstrengend ist. Aber ich beschränke es auf 5-6 Std. täglich und bleibe meist in meinem Zimmer, auch wenn die Ära der Huster, Schniefer und Röchler vorbei zu sein scheint. Was jetzt schnieft, hat Heuschnupfen und wird mir nicht gefährlich.
Mona und Lula, ich bin für den nächsten Schritt OP bzw. Nachresektion in Gedanken ganz bei Euch und freu mich über Eure guten Ergebnisse immer noch wie verrückt.
Katja und Juli, meine Adapt-Mitstreiterinnen, wir müssen einfach (ha!) weiter und Schritt für Schritt und Chemo für Chemo den vorgeschriebenen Parcours absolvieren. Ich streiche eifrig auf meinem Kalender ab - noch gut 6 Wochen.
Jonna und Flower, ich darf ja nicht sagen, 'schön, dass Ihr zu uns gestoßen seid', aber vielleicht wenigstens schön, dass wir in all diesem Mist nicht alleine, sondern zusammen sind. Alles Gute!!
Resi, Deine Beschreibungen von Hof, Landschaft/Gegend, Tieren und Deine Begeisterung fürs Essen, die ich ja teile , sind so, dass ich immer total daran aufgehe. Lass' uns uns auch austauschen, was die alternativen Begleittherapien angeht; Juli ist da auch sehr aufgeschlossen, wie ich weiß.
Mickey, Sharky, Tinki, Eisblume - danke, dass Ihr immer da seid und Antworten und Unterstützung gebt; das gilt NATÜRLICH für alle Genannten und alle, die mir wie jedes Mal durchs Hirnraster gerutscht sind.
Und liebe Grüße und alle positiven Energien auch an Molpha (hallo, wo bist Du?) sowie
Dich, Monika, und Deine Schwester, ein Daumen ist immer für Euch gedrückt.
Dann höre ich für heute mal mit Mona's und Katja's Schlussformel 'und in die Tonne mit allen NWs auf' und grüße Euch herzlichst
Grimaudoise
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