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Alt 10.01.2016, 13:43
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Drachenkopf Drachenkopf ist offline
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Standard AW: Chemo Tagebuch, Erfahrungsaustausch, gemeinsames Durchstehen!!!

Hallo zusammen

tauche auch mal wieder kurz auf (nee, ich war nicht echt tauchen, dazu ist es mir gerade zu nass ), damit ihr wisst, dass es mich noch gibt.

Alles, was mit der Chemo zu tun hat, ist bei mir weiterhin unspektakulär, auch wenn sich mal das eine oder andere ein wenig bemerkbar macht. Mal meckert die Blase ein bisschen, mal nachts ein paar Minuten derbe Magenkrämpfe. Eine Zehe fühlt sich seltsam an - taub würde ich das nicht nennen, aber die Empfindung ist definitiv nicht wie sonst. Ab und zu sticht es irgendwo, in den Fingern, der amputierten Brust, Schädel, Hüfte, ....
Letzte Nacht fing in meinem Kopfkino die Angst vor Lymphödem an - inzwischen ist mein Arm wieder normal. Ich habe aber schon seit Silvester mit einem Furunkel zu tun. Letzten Montag musste ich das beim Hausarzt aufstechen lassen, nur mit Kältespray als Anästhesie , und dann noch kräftig drauf rumdrücken, Dazu habe ich Antibiotika bekommen. Bei der Kontrolle Ende Woche hat er meine Antibiotika-Gabe noch verlängert. Gestern Abend fühlte sich die Stelle dann gar nicht gut an und schien sich in Richtung der entfernten Lymphknoten auszubreiten, .... Ich habe's trotzdem geschafft, es zu ignorieren und einzuschlafen und heute war alles weg.

Nächste Woche habe ich dann wieder ein Meilensteinchen zu vermelden, die Hälfte meiner Taxol-Cocktails. Inzwischen haben mich einige von euch rechts überholt und sind (fast) fertig mit ihrer Chemo. Wie wunderbar, wenn frau das feiern kann. Ich gratuliere allen, die es gerade geschafft haben oder diese Woche schaffen werden.

Die erste Schulwoche im neuen Jahr hat mich aber privat und beruflich gerade arg mit Beschlag belegt. Es scheint, als ob alle Leute ihre Anliegen aufs neue Jahr aufgespart hatten und sie voller Elan gleich angepackt haben. Obwohl ich nur dienstags arbeite, war ich die ganze Woche gut ausgelastet. Kräftemässig war das total ok, ich fühle mich absolut nicht beeinträchtigt durch die Chemo. Und es waren auch schöne Dinge dabei, z.B. neue Interessenten für die Schule (leider hat es dann doch nicht geklappt). Dazu mein übliches Genesungsprogramm mit Onkofit, TCM, Physiotherapie, Tanzen, Singen und Spielnachmittag, das auch einiges an Zeit benötigt.

Lieben Dank an euch für die guten Wünsche und Gedanken zur Erkrankung meines Ältesten. Ich konnte ihn 2 mal in der Notfall-Klinik besuchen, bevor er am Donnerstag nach Zürich in die Psychiatrie verlegt wurde. Dort habe ich mehrmals mit ihm telefoniert. Er tönt jetzt wieder viel geerdeter und ruhiger. Ich bin froh und dankbar, dass er in seinem Zustand trotzdem noch so viel Einsicht hatte, dass er sich selbst und freiwillig in Behandlung begeben konnte, und motiviert und kooperativ ist, die Sache anzugehen. Diagnose habe ich noch keine gehört, denke mir aber so meine Sachen. Wie lange er in der Psychiatrie bleibt und wie es nachher weitergeht, wissen wir natürlich auch noch nicht. Aber wenigstens ist er jetzt in guten Händen.

So, nun seid ihr etwas wieder im Bilde, was bei mir so läuft. Wenn ich demnächst dann noch seltener mitschreibe, dann vermutlich, weil bis Ende Januar noch die Zeugnisberichte geschrieben werden müssen, die alle über mein Pult laufen zwecks Qualitätskontrolle. Aber ich werde immer mal wieder kurz reinschauen, wie's euch so geht.

Seid ganz lieb umarmt , haltet weiter tapfer durch - wir schaffen das

Sylvia
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