AW: Chemo Tagebuch, Erfahrungsaustausch, gemeinsames Durchstehen!!!
Hallo zusammen
Ja, man kann ein leichtes Antidepresivum bekommen. Man soll es abends einnehmen, weil es anfangs etwas müde macht. Allerdings dauert es ca. drei Wochen bis es die volle Wirkung zeigt, bis sich eben ein Spiegel aufgebaut hat. Ist bis dahin nichts geschehen, kann man die Dosis erhöhen. Es kann auch etwas zur Vertopfung führen. Es hilft auch bei Schmerzen. Und man darf es nie sofort absetzten, sondern immer in Absprache mit dem Arzt, langsam ausschleichen.
Es soll sogar auch Krebshemmend wirken.
Ich habe es mal 4 Jahre genommen wegen Trigemisusschmerzen nach einer Zahnbehandlung.
Und wer mit Psychlogen nicht kann, kann es ja mit den SeelsorgerInnen in den Krankehäusern probieren.Oder Telefonseelsorge(gerade nachts). Oder zu Krebs -Beratungsstellen gehen - dort sitzen oft Sozialarbeiterinnen mit Zusatztausbildungen. Oder zu psychologischen Beratungsstellen (SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und manchmal auch TheologInnen)
Und wer zu Therapeuten geht hat 5 probatorische Sitzungen in denen man sich entscheiden kann, ob es für sich stimmt. Und man kann immer aussteigen.
Ich habe immer nach dem Bauchgefühl entschieden...
Ich habe gestern den Film "Alles steht Kopf" gesehen und war begeistert, nicht so sehr wegen Disney -Action, sondern wie die inneren Stimmen dagestellt werden, die Inseln und die Kernerinnerungen. Und jedes Gefühl bekommt eine Gestalt.
Das ist das, was mir hilft bei Angst. Die Angst ist eine gute Stimme, die warnt, aber sie darf nicht alleine dastehen, sonst gerät sie in Panik. Wer aber hilft der Angst ?- bei mir die Hoffnung, die Erinnerung an gute Bewältigungen, und die Lebensfreude. Natürlich ist da auch die Wut, und der Pessimismus, die geraden an den schwierigen Tagen sich lauthals zu Wort melden. Alle sitzen bei mir um den runden Tisch, und ich selbst bin aber die Vorsitende und schaue, dass nicht nur eine/r redet, sondern jeder mal zu Wort kommmt. Manchmal gehts heiß her! Aber ich entscheide und habe das letzte Wort.
Und wenn ich selbst nicht die Kraft habe, dann ist da noch meine innere Begleiterin und der Engel - die auch während der OP bei mir waren, bzw. sein werden.
Es braucht etwas Phantasie, aber allein sich das auszudenken, hilft und ist oft voller Witz. Das ist halt einer meiner Wege mit den Ängsten umzugehen.
Wegen Auszahlschein: ab diesem Jahr gibt es neue Formulare - bitte darauf achten, sonst kann es auch sein, dass man kein Geld bekommt. Und ihr wisst, dass die Auszahlscheine immer rechtzeitig ausgestellt werden müssen, kein Tag oder WE dazwischen verstreichen lassen, sonst gilt es bei der KK als ob man für einen Tag wieder arbeistfähig gewesen ist.
Liebe Grüße,
Kamel
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