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Alt 19.11.2004, 15:50
Gast
 
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Standard Wechsel vom Angehörigen zum Hinterbliebenen

Hallo Ihr Lieben alle zusammen!

Ganz doll viel Dankeschön für Eure herzlichen Antworten! Es ist so schön bei Euch. Jetzt wo das trübe Wetter noch zusätzlich auf das Gemüt drückt tut Aufmunterung und Anteilnahme ganz besonders gut.

Liebe Susanne,
darf ich fragen ob Dein Mann immer noch 'fratzig' ist? Er hat Dich sicher sehr lieb und will dies eigentlich selber nicht. Du hattest Beate mal geschrieben, sie könnte doch ihrem Sohn einen Brief schreiben (wegen der Schulgeschichte). Vielleicht schreibst Du deinem Mann einmal einen Liebesbrief und schüttest dabei Dein Herz aus? Ist nur so ne Idee.
Ich drücke auf jeden Fall die Daumen für Euch, dass Ihr schnell wieder zueinander findet. Solche Unstimmigkeiten belasten sehr, vor allem wenn kein Land in Sicht ist und sich das Schwiemuproblem einfach nicht lösen lassen will.

Liebe Thekla,
bin erleichtert dass Du wieder geschrieben hast, denn ich dachte schon Du liegst immer noch mit Kamillentee im Bett. Nun sollst Du auch noch auf die Schulung gehen, kann mir gut vorstellen dass Du da keinen Nerv drauf hast – hätte ich zur Zeit auch überhaupt nicht.
Leider können Außenstehende nicht nachvollziehen dass wir uns zu vielen Dingen zwingen müssen um uns überhaupt im täglichen Leben über Wasser zu halten. Wenn man dann noch zusätzlich was aufgedrückt bekommt…irgendwann ist doch die Kraft aufgebraucht und man könnte alles hinschmeißen und laut schreien.
Thekla, ich wünsche Dir weiter gute Besserung für den rebellierenden Magen. Kannst Du Dich nicht ein bisschen schonen?
Wen hast Du denn kennen gelernt, mit dem Du gut reden kannst und warum macht Dir das zu schaffen? Musst natürlich nicht antworten wenn Du nicht magst (schon gar nicht mir als 'Neue'.., *unterwürfig sei*).

Liebe Barbara,
Du kümmerst Dich ja so klasse um Deine Tante, da gibt's nicht viele Menschen die so handeln. Wie sind denn ihre Werte, darf sie morgen nach Hause? Ich würde mich freuen wenn Ihr endlich mal wieder gemeinsame Zeiten genießen könntet. Wie geht es Dir denn bei dem Novemberwetter? Mir drückt's schon etwas auf das Gemüt, auch wenn ich das nicht will.

Liebe Irene,
Du hast zuletzt geschrieben dass Du auch schon zwei Jahre nicht im Urlaub warst und Dich so alleine eigentlich auch nicht aufraffen möchtest. Mein Schnucki ist im Juli gestorben, wir hatten einen Urlaub für September auf der holländischen Insel Texel gebucht. Da waren wir schon öfter. Es ist mir sehr schwer gefallen und ich hatte Angst davor, aber ich habe mich gewagt und bin mit meinem Hundchen im Schlepp alleine gefahren. Die zwei Wochen haben mir gut getan, auch wenn man natürlich nicht von Urlaubsgefühl sprechen kann. Ich bin froh dass ich es gewagt habe. Vielleicht hilft Dir das ein wenig bei Deinen Überlegungen?

Liebe Beate,
Du hattest gefragt wie alt ich bin und wo ich herkomme, das ist kein Geheimnis. Bin 37 Jahre alt, komme ursprünglich aus Köln wo ich auch arbeite, wohne aber ca. 50 KM von Köln entfernt. An die Fahrerei habe ich mich gewöhnt, auf dem Hinweg morgens kann man wach werden und vor sich hin schimpfen (alle anderen fahren aber auch wirklich wie…;o) und auf dem Rückweg kann man den Arbeitstag noch einmal Revue passieren lassen. Obwohl ich im Moment eher die 'Freiheit' nach der Arbeit nutze, um meinen Tränen freien Lauf zu lassen (Irene, das kennst Du ja auch im Auto..)
Du hast geschrieben dass Du auch Probleme mit der Schwiemu hast, habt Ihr denn überhaupt noch Kontakt?

Liebe Beatrix,
ich habe auch oft überlegt, mich an dieser Runde zu beteiligen und bin nun froh dass ich mich getraut habe – wie gesagt, wenn es jemand nicht lesen möchte kann er den Beitrag ja überspringen. Aber alle sind so lieb hier! Du hast geschrieben dass Du im Büro recht viel grübelst, es geht mir auch so – muss mich sehr bemühen um nicht die Konzentration zu verlieren. Als mein Schnucki starb bin ich schon nach knapp zwei Wochen (eine Woche Urlaub und ein paar Tage krank) wieder arbeiten gegangen. Aus jetziger Sicht viel zu früh, aber schlaue Menschen hatten mir empfohlen ich könne mich ja bei der Arbeit ablenken und müsse mich halt zwingen was zu tun…! Mein süßes Hündchen kann ich leider nicht mit zur Arbeit nehmen, es zerreißt mir morgens immer das Herz wenn ich ihn alleine lassen muss.
Du arme hast die Danksagungen noch vor Dir! Ich hatte einen Berg Karten gekauft und mit mehr oder weniger Text versehen, einige ausführliche Briefe habe ich auch ausführlich beantwortet. Das hat tagelang gedauert, habe dabei sehr viel geweint und einige Gläser Rotwein mussten auch dran glauben. Ich glaube aber diese Arbeit hat mir etwas weitergeholfen.
Wie heißt denn eigentlich Dein Enkel? Auch wenn er schon 3 ½ ist – eine liebe Omi (und das bist Du ganz sicher) kann man doch immer brauchen!

Liebe Nadine,
ich finde nicht dass Du ein schlechtes Beispiel bist wenn Du nach zwei Jahren noch sehr traurig bist und unendlich leidest. Du stehst zu Deiner Trauer und kehrst sie nicht unter den Teppich. Zur Zeit kann ich mir auch nicht vorstellen dass mein Schmerz irgendwann einmal nachlässt – im Gegenteil, es kommt mir vor als würde er immer stärker je bewusster mir alles wird. Du hast geschrieben 'lasst es ruhig angehen mit der Verarbeitung, sonst holt sie Euch später wieder ein'. Ich glaube das ist ein guter Rat und werde versuchen ihn zu befolgen. Leider zwingt der Alltag immer sein Recht und lässt sich nicht so einfach bremsen, da kann man teilweise gar nix verarbeiten. Nadine, ich würde mich freuen mal wieder von Dir zu hören! Ich kann Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, glaube mir.

Liebe Andrea,
heute ist Freitag und ein schlimmer Tag für Dich. Für mich ist 'dieser' Tag immer Montag. Ach Andrea, wir sitzen hier alle irgendwie in einem Boot. Auch ich habe in vielen Beiträgen immer wieder meine eigenen Gefühle und Empfindungen wieder gefunden, genau wie Du. Es hilft uns sicher allen ein klein wenig!


Ihr Lieben,
die Runde ist ganz schön groß geworden und ich hoffe sehr dass ich nichts durcheinander gebracht habe. Ich würde Euch alle gerne umarmen und ganz feste drücken. Ich sende Euch allen ganz liebe herzliche Grüße und werde mich sicher bald mal wieder bei Euch melden.

Bärti
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