Thema: Cup-Syndrom
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Alt 18.01.2005, 19:19
Gast
 
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Standard Cup-Syndrom

Hallo Zusammen,

ich habe jetzt schon seit einigen Wochen die Beiträge hier gelesen.

Zuerst war ich im Forum für Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Bei meiner Schwiemu hat man im Oktober vergangenen Jahres zuerst diese Krebsart diagnostiziert.
Nach mehreren KH-Aufenthalten hat sich dann aber herausgestellt, dass die Tumoren in der Bauchspeicheldrüse nur Metastasen waren. Nun begann die Suche nach dem "Auslöser".
Ständige Hochs und Tiefs verfolgten uns. mal hieß es, es sei Lymhkontenkrebs, dann wieder meinten die Ärzte es sei die Leber. Letztendlich brach man die Sucherei ab und diagnostizierte das CUP-Syndrom.

Kurz vor Weihnachten begann die erste Chemo.
Hatte meine Schwiemu während der Voruntersuchungen große Schmerzen in der Bauchgegend, plagten Sie Übelkeit und klagte sie ständig über Kreislaufprobleme (sie bekam deshalb auch verschiedenste Medikamente), so waren all diese Beschwerden mit Beginn der ersten Chemo wie weggeblasen. Keine Schmerzen, keine Übelkeit, kein Schwindelgefühl...nur eine gewisse Müdigkeit und Lustlosigkeit konnte sie beklagen. Aber ihr Allgemeinzustand war soweit ok.

Das macht es auch für uns Familienangehörige so schwer zu begreifen, wie schlimm die Krankheit sein kann (bzw. noch werden kann).

Natürlich kommt irgendwann der Moment, wo man wissen will, welche Chancen man noch hat. Und irgendwann sagte uns dann auch ein Arzt, dass die durchschnittliche "Überlebensrate" (welch ein Wort!!!) bei ca. 2-3 Jahren liegt. Allerdings machten es die Ärzte abhängig davon, ob die Chemo anschlägt oder nicht.

Gestern war nun die erste Nachuntersuchung. Meine Schwiemu wollte nicht, dass jemand aus der Familie mit ihr ins KH kam und so könnt ihr euch sicher vorstellen, wie wir alle auf das Ergebnis gewartet haben. Dann gegen Mittag kam der Anruf: Metastasen im Hals seien verwchwunden und die im Bauchraum seien unmerklich zurückgegangen. Wir waren außer uns vor Freude. Sollte alles vielleicht doch wieder gut werden?

Trotz der guten Nachrichten wollte meine Schwiemu dass wir heute ins KH kommen und mit dem behandelnden Arzt redeten. (Sie macht seit gestern schon wieder Urlaubspläne!!!)

Tja...und nun...was soll ich sagen...wir haben mit ihm geredet. Und es sieht schon wieder alles ganz anders aus als gestern. Angeblich sind die Metastasen im Hals doch nicht verschwunden. Der Arzt, der gestern die Untersuchung gemacht hat (Vertretung des behandelnden..), hat nur den Bauchraum mit Ultraschall untersucht. Die Metastasen im Hals konnte er nicht ertasten und ging deshalb davon aus, dass sie auch nicht mehr da waren.

Als nun heute der behandelnde Arzt wieder da war, hat dieser zuerst einen Ultraschall am Hals gemacht und festgestellt, dass alles noch da ist.

Die Chemo wird fortgesetzt. Denn zumindest haben sich die Metastasen nicht vergrößert, was ja auch schon einen Teilerfolg darstellt. Man will noch 2 "Durchgänge" machen und danach soll erst einmal Schluss sein.

Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits ist das ja schon eine gute Nachricht. Wenigstens hat sich nichts verschlechtert! Aber andereseits hatten wir so gehofft, vor allem nach der gestrigen Nachricht, dass die Metastasen kleiner geworden sind.

Die Angst verfolgt uns weiterhin. Wie lange haben wir unsere geliebte Anne noch? Wie wird es weitergehen?
Kann sie weiterhin so optimistisch denken - den Urlaub möchte sie noch ganz sicher erleben.

Bisher, wie gesagt geht es ihr körperlich gut. Aber die Ärzte sagen, dass es jederzeit mit einem Schlag ganz schlecht werden kann. Für uns im Moment unvorstellbar. Aber damit müssen wir uns wohl abfinden.

Ich könnte noch ewig schreiben aber ich denke, fürs erste reicht das erst einmal.

Es wäre schön, ein paar aufmunternde Worte als Antwort zu bekommen.

Viele liebe Grüße an euch alle...ich bewundere euch!!

Bille
bille.flachbart@t-online.de
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