Thema: Cup-Syndrom
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Alt 11.03.2005, 22:40
Gast
 
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Standard Cup-Syndrom

Hallo Zusammen,
auch wenn ich sehr selten selbst etwas schreibe, so lese ich sehr oft in eurem Forum.
Seit der Diagnose "Cup Syndrom" bei meiner Schwima im November letzten Jahres, verfolgt uns die Angst. Angst, sie zu verlieren, Angst wie es ohne sie weitergehen soll. Angst, ob sie sehr leiden muss...Angst, Angst Angst.
Wie erstaunt waren wir jedoch, dass die ersten 2 Chemoschübe die sie bekam so überaus gut von ihr "weggesteckt" wurden. Die Blutwerte waren gut. Kaum Nebenwirkungen, außer dass sie sich einen Tag danach etwas schlapp fühlte.
Und dann, Anfang des Jahres die erste Nachuntersuchung: Stillstand des Metastasenwachstums und sogar eine leichte Tendenz zur Besserung. Die Ärzte machten ihr Mut. Bei ihrer so guten Verfassung würden sie evtl. nicht nur wie geplant maximal 4 Chemoschübe durchführen sondern noch eine 5. hinterherschieben.
Wir dachten wirklich an ein Wunder und dass der liebe Gott doch all unsere vielen Gebete erhört hat.
Meine Schwima fing an, wieder Zukunftspläne zu schmieden. Sie wollte unbedingt mit ihrem heißgeliebten Enkel Paul (meinem Sohn) in den Sommerurlaub fahren.
Die nächsten zwei Chemos wurden angesetzt. Und dann, Anfang März war die zweite Nachuntersuchung.

Und nun kam der große Schock - die Metastasen hatten sich drastisch vermehrt. Die Chemo wurde abgebrochen. Aus! Vorbei!
Wir fragten, wie es nun weitergehe. Die Ärzte drucksen herum, geben keine richtige Antwort. Vielleicht versuchen sie ja noch eine andere Chemo. Man will ihr Bescheid geben. Aber wann?
Es sind nun schon 2 Wochen vergangen...es tut sich nichts. Aber das Allerschlimmste ist, ich glaube, sie hat aufgegeben. Wir versuchen unsere liebe Anne aufzubauen, ihr Hoffnung zu geben, dass das nicht das Ende sein muss.
Aber sie sagt, was bringt es ihr, in irgendein Krankenhaus ans andere Ende Deutschlands zu gehen (wir wohnen im Raum Stuttgart) um dort vielleicht noch 2 oder 3 Monate Aufschub zu bekommen. Der Preis, den sie dafür zahlen müßte, nämlich getrennt zu sein von ihrer Familie, ihrem heißgeliebten Paul, wäre es nicht wert.

Nun habe ich schon mehrfach über die "Hufeland-Klinik" gelesen. Wäre das eine Alternative? Muss man denn dort stationär liegen? Von uns aus ist das nicht weit entfernt? Oder was können wir denn ansonsten noch tun?

Seit Anfang der Woche klagt sie auch darüber, dass es ihr merklich schlechter gehe. Dauerndes Unwohlsein. Ein ständiger Druck auf den Magen. Ab und zu Erbrechen (und trotzdem hat sie seit November kein Gramm abgenommen!!!)Die Kräfte schwinden.
Es kam nun auch schon einnmal vor, dass sie nachts aufwachte und Schmerzen hatte die sich allerdings schnell wieder gelegt haben. Ich habe solche Angst. Ich möchte doch nicht, dass sie so leiden muss....Verdammt, ich sitze schon wieder heulend vor dem PC.....
Ich muss abbrechen. Vielleicht kann mir doch noch jemand etwas Mut machen.
Liebe Grüße
Sibylle
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