Thema: Cup-Syndrom
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Alt 15.03.2005, 21:49
Gast
 
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Standard Cup-Syndrom

Hallo Ihr Lieben,
ja nun sieht es heute schon wieder ganz anders aus, total beschissen… Nachdem wir am Wochenende eine leichte Vertiefung der Gelbfärbung feststellten, sind wir gestern morgen wieder ins KH rechts der Isar, wo er ja vor 3 Wochen entlassen wurde (Bestrahlung) und man hat gleich Sono vom Oberbauch gemacht und und noch folgende Diagnose gestellt.
Neben den bekannten Raumforderungen in der Leber wurden jetzt im Bereich des Pankreaskopfes mindestens zwei 3,6 x 3,5 cm und 4 x 1,8 cm große Raumforderungen festgestellt. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie geschockt wir waren. Sie wollten heute morgen einen Stent legen, ist bei ihm sehr schwierig, da nahe dem Duodenum sich eine weitere 6,4 x 5,6 cm große Raumforderung zeigt, die ursächlich für die zentrale Cholestase zuständig sein könnte. Das heißt er musste über Umwegen operiert werden und dazu mussten 2 Experten von außerhalb hinzugezogen werden, da es wohl sehr kritisch war, noch dazu stimmte die Blutgerinnung nicht und sie mussten den Eingriff auf Nachmittag verschieben. Es ist sooo schlimm, auch für unsere Kinder, es ist grausam, immer wieder ein neues Tief nach einer anfänglichen Erholung der nächste Tiefschlag. Aber er isst, hat Appetit und das schärfste war, bei der Aufnahme stießen Ärztin und Schwester ein erstauntes „Was so lange geht das schon und alles ohne Chemo, wie haben sie das gemacht.?“ aus. Da haben sie sich ja das Sahnestückchen von der Krankheit geholt. Na ja, dann habe ich eben alles erzählt. Warum und wieso wir den Krebs so lange klein halten konnten und wieso er jetzt explodiert, ja das weiß nur der liebe Gott. Aber Leute ich sage Euch, er ist sooo tapfer. Es ist die Hölle bei klarem Bewußtsein mitzuerleben, wie sich dein Körper immer mehr von Dir verabschiedet und eines hat wohl gestimmt was der Prof. letztes Jahr gesagt hat. „Er wird sie auffressen“. Ich sehe, was er damit gemeint hat und Du bist total machtlos. Die Leberwerte die vor 3 Wochen noch für seine Verhältnisse sehr gut waren sind alle auf über 1000 gestiegen, das hängt aber wohl mit dem Bilirubin zusammen. Alles läuft jetzt ganz schwarz in den Pufi, hoffentlich erholen sich die Leberwerte wieder.
Drückt uns die Daumen, er hat mir heute gesagt, er möchte so gern den Sommer noch erleben.
Anja: vielen Dank für Deine aufmunternden Worte, ihr hattet ja auch noch vor es alternativ zu probieren, (Hufeland), leider hat es nicht mehr geklappt, aber manchmal frage ich mich, ob es Sinn macht, die Lebenszeit um jeden Preis zu verlängern. Als wir vor fast 9 Monaten die Diagnose und Prognose erhalten haben ist mein Mann psychisch gestorben, er lebt seitdem nicht mehr, sondern es ist nur noch ein dahinvegetieren (ist ja auch logisch) und ich kann Menschen verstehen, die es einfach nicht wissen wollen, wo einfach der Verdrängunsmechanismus einsetzt. Wenn ich Wolfgangs Bericht im Bauchspeicheldrüsen-Thread lese, der jetzt schon Aszites hat und weiß es geht vielleicht zu Ende und macht den anderen noch Mut, das finde ich unglaublich heroisch, aber das kann nicht jeder.
Sibylle Es stimmt, bei uns war es so mit dem Morphium er hat schrecklich fantasiert und und halluziniert, war immer in China und der Milchreis war Hundefutter, außerdem konnte er da auch nichts mehr essen, da er nur im Dämmerzustand war. Er ist seit bestimmt 4 Wochen wieder vollkommen klar, was einerseits sehr schön ist, andererseits sieht er auch seine Felle davonschwimmen. Ich weiß nicht was besser ist.
Melde mich wieder!
Traurige Grüße
Eva-Maria
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