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Alt 22.06.2005, 00:04
Gast
 
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Standard Nicht nichts ohne dich, aber nicht dasselbe.......

Hallo, Mädels!

Ich danke euch sehr für eure Mitfreude! Wie schön,wenn man auch Glück teilen kann mit Menschen,deren Ehrlichkeit auch virtuell rüberkommt!
Also,muss schon sagen, da gehe ich mal zu einer halbwegs christlichen Zeit ins Bett ( um nicht immer meinen morgendlichen Gleitzeitrahmen bis zum Letzten aus zu schöpfen ) und am nächsten Abend sehe ich, dass ihr schon eine neue Seite mit Denken angefangen habt ! Ich finde es schön, hier so aus dem Alltag heraus zu steigen,inne zu halten und nachzudenken über - wie ich finde- sehr wesentliche Sachen im Leben.

Liebe GABY,möchte dir sagen, was mir beim Lesen deiner Worte über dein Trauern durch den Kopf ging: durch die intensiv genutzte Zeit,die du und dein Klaus noch hattet,hast du ,wie du es beschreibst,viel von deiner Trauer schon vorweggenommen.(ich habe sie ja verschlungen, die diversen Trauerbücher und der Begriff der " vorweggenommenen Trauer" kommt in jedem vor.Für mich war es entlastend,zu wissen, dass ich also faktisch schon bei Diagnosestellung der unheilbaren Krebserkrankung meiner Mama mit der Trauer anfing.)Dieses schon vorher Trauern mildert dann, so die Bücher und ich, wie ich es erlebte-die Trauer danach.
Außerdem hast du für deinen Bär alles getan, was ging, warst da für ihn, hast ihm Wichtiges gesagt. Ich las , dass es einen Unterschied gibt zwischen Trauern und Trauerarbeit. TrauerARBEIT leisten die Menschen, die von Schuldgefühlen ihrem Toten gegenüber geplagt werden, weil sie u.a. glauben, nicht genug getan zu haben, Wichtiges nicht mehr gesagt zu haben oder die noch etwas mit ihrem Sterbenden bereinigen wollten, es aber nicht mehr möglich war.Diese Trauerarbeit kann sehr,sehr lange dauern, viel Energie binden und eben wirkliche Schwerarbeit sein. Das wird bei dir Gaby, wie ich glaube aufgrund eurer Geschichte nicht " nötig" sein, auch ich habe beim Lesen deiner Zeilen das Gefühl,dass es " rund" war bei euch.Klaus konnte loslassen und gehen und du hast ihn gehen lassen können.

Sorry, Gaby, soll jetzt nicht obergescheit klingen- eigentlich wollte ich dir, wie anfangs gesagt,nur meine Gedanken zu deinen Zeilen mitteilen und dir sagen, dass auch ich glaube, dass da vielleicht gar nicht mehr viel"nachkommt" an Trauer bis auf Traurigkeit und Sehnsucht.

Liebe INGRID,
ich trinke gerne einen Rotwein mit dir ! ( Briele,ich habe ja einen niedrigen Blutsdruck,da ist Rotwein nicht Alkohol,sondern Medizin ).
Habe heute auch schon einen Einbruch bei meinen geistigen Kapazitäten erlitten. Daher heute nur eine Bitte um Antwort auf eine profane Frage an dich: Habe dich soeben zu unserer PC-Fachfrau ernannt.Wenn ich also im Internet lese und schreibe und dabei auf offline-Betrieb gehe,laufen dann die Kosten fürs Internet trotzdem weiter oder nicht ? Meine Rechnungen sind nämlich ziemlich astronomisch . Ach ja, Ingrid,und deine Geschichte vom gefühlsbehinderten Mann würde mich schon sehr interessieren!

Liebe Briele,
eine Bekannte,deren Vater leider nicht mehr solange leben wird, hat mich gefragt,ob ich eine Trauergruppe oder eine Therapie besucht habe oder sonst eine andere Begleitung in meiner Trauer hatte,um so gut damit fertig zu werden.Ich sagte ihr,ich "hatte" Briele.Sie fragte:" Ist das eine neue Therapie ?" Ich darauf:" Nein,dass ist eine Frau, die mit viel Weisheit,Wärme und Authentizität Menschen viel gibt, obwohl sie selber auch viel um die Ohren hat".
Schlaf gut !

Liebe Heike,
Gabys Gedanken zu deiner Mama sind auch die meinen. Ich galube auch fest daran, dass unsere Liebe und Worte Menschen im Koma erreichen können.
Die Belastung,einen geliebten Menschen schon solange im Koma liegen zu sehen und bei ihm zu sein und zu bleiben-das kann nur der wissen, der diese Begleitung macht.

Wünsch allen eine gute Nacht,
Alina