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Alt 22.06.2005, 21:50
Gast
 
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Standard Nicht nichts ohne dich, aber nicht dasselbe.......

Liebe Alina,liebe Briele

herzlichen Dank für Eure Sicht zur "Trauer".
Ihr habt mir damit mehr geholfen, als Ihr Euch vielleicht vorstellen könnt.
Es tut mir gut, zu wissen,dass meine Sicht zu meiner persönlichen Trauer wohl doch nicht abnormal ist. Ich bin mir in meinem Innersten eigentlich sicher, dass ich keine Trauerarbeit leisten muss. Ihr habt ganz recht, die Zeit von Gaby mit Bär war schön und absolut rund, vielleicht liegt es daran, dass es keine lange Geschichte war. Unsere gemeinsame Zeit dauerte nur 4 Jahre. Als sich so ein wenig der alltägliche Schlendrian einstellte, so einige Abläufe im täglichen Miteinander bereits zur Gewohnheit wurden, da kam die Diagnose. Danach sind wir noch enger zusammengerückt und haben uns noch besser kennengelernt. Dadurch war auch alles rund.

Auf der anderen Seite weiss ich aus der Vergangenheit, dass ich viel in mir verbuddelt habe (wohl hauptsächlich in meiner Ehe) und überlege nun recht oft, ob ich verbuddel oder ob ich doch normal reagiere im Moment. Hinzu kommt, dass ich regelmässige Anrufe seitens meiner Familie (Mutter, Schwester, besonders mein Schwager - er trauert sehr um seine vor einem Jahr verstorbene Mutter, mein Bruder, seien Frau - Psychologin und sehr um mich besorgt...)erhalte, jeder fragt permanent, ob es mir gut geht oder ob ich nur so tue, als ob es mir gutginge. So Kommentare wie, lass doch Deine Trauer jetzt raus, kannst ruhig bei mir mal weinen, verbuddel bloss nix, usw führen dann zu der Überlegung, ob ich vielleicht doch nicht richtig funktioniere. Zum Glück gibt es Euch hier.
Ich lass mir jetzt von der Family nix mehr einreden, ich werde jedem Einzelnen bei nächster Gelegenheit ausführlich mitteilen, warum ich nicht mit hängenden Ohren durch die Gegend schleiche.

Briele, vielleicht hast Du auch recht, das ich garnichts bezüglich meines Vaters in mir verbuddelt habe, ich hatte mit ihm auch "keine Rechnung offen", wir waren auch mit uns im Reinen und nur, weil meine Mutter es mit ihm offensichtlich nicht war, hab ich was verbuddelt, aber wohl eher meine Gefühle meine Mutter betreffend. Ich hätte ihr nämlich damals einiges zu sagen gehbat, aber habe es mit Rücksicht auf Ihre Trauer nicht gemacht. In diese Richtung werde ich mal weiterdenken, das führt mich vielleicht eher ans Ziel, bevor ich nochmal eine Psychologin verschleisse.

Auf jeden Fall bin ich froh, hier bei Euch in Brieles Thread und Alinas Küche angekommen zu sein. Die Denkanstösse hier sind hilfreich und einfach gut -
Vielen lieben Dank an Alle, die sich hier auf einen Kaffee, Rotwein oder auch mal ein Bierchen einfinden zum Gedankenaustausch.

Ich schmeiss mal ein paar Bussis in die Runde
Gaby