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Alt 06.07.2005, 11:56
Gast
 
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Standard Nicht nichts ohne dich, aber nicht dasselbe.......

Liebe Viv,

Gestern müssen Dir den ganzen Tag die Ohren gesungen haben! Meine Mama behauptete, wenn in den Ohren ein konstanter Ton ist, dann denkt jemand stark an einen, man geht dann das ABC durch, solang bis es aufhört und bei dem Buchstaben kannst Du dann wissen, wer an Dich denkt. Vielleicht sollte man das Tinnitus-Geplagten sagen, die werden dann verrückt von dem ABC-Dahergesage.

Also ich hab so viel an Dich gedacht weil ich meine gestrigen Zeilen an Dich gerne rückgängig gemacht hätte.
Andrerseits wandern so viele "hätt ich dochs" und "könnt ich nochs" in der Welt herum, von mir sind auch ein paar dabei.

Und dann Deine Zeilen über den Sinn des Lebens und die Frage, wann man ICH sein kann.

Freundlich und wohlwollend betrachtet kann ich von mir sagen, ich habe mich entschieden, ich kann gut damit leben. Es gibt aber auch den kleinen Wurm, der murmelt etwas von Resignation.

Es gibt auf der einen Seite Vorstellungen über eine Lebensform in mir und auf der anderen Seite Menschen, die ich schrecklich gerne habe. Die haben ganz andere Wünsche und Bedürfnisse. Die Wahl habe ich ja immer. Bis jetzt waren und sind mir die Menschen wichtiger, der Leidensdruck mich gegen sie zu entscheiden wäre größer gewesen, als die Unzufriedenheit über nicht realisierte Lebenswünsche-formen.
Ich sage manchmal zu meinem Mann, ich werde nicht artgerecht gehalten!

Manchmal, liebe Viv, kommt, oder vielleicht sag ich lieber "kam" Wut hoch. Wenn mir Menschen vermitteln für ihr Glück, ihr Wohlbefinden, die Erfüllung ihrer Wünsche brauchen sie mich. Es ist immer wieder eine neue Entscheidung. Bei meinen Eltern, bei meinem Mann, zu einigen Teilen auch bei meinem Bruder, bei Menschen, die ich tief und fest liebe ist es für mich in der Summe des Ganzen betrachtet besser mich für sie zu entscheiden, auch wenn ich etwas aufgebe.

In meinem bisherigen Leben habe ich ein einziges Paar gekannt, das gemeinsame Vorstellungen gelebt hat. Deren Geschichte steht auf Seite 18.
Sonst kenne ich nur Männer, die ein weitgehend selbst bestimmtes Leben führen, oder alleinstehende Frauen. Ohne Familienbande.

Letzlich kommt es immer wieder auf die Frage was man will. Ich sehe mir immer wieder mein Leben an. Manches macht mich froh, manches hätt ich gerne anders, manches macht mich unglücklich usw.usw. Aber ist das nicht DAS LEBEN?

Alles Liebe
Briele