Mein Tagebuch
Liebe Ute,
ich freue mich, dass Du wieder in Deinen Kreis zurück gefunden hast. Es ist ein Kreis, der Dir zur Seite steht – besonders Dein Mann – und auch der größte Teil hier im Forum. Das Du bis jetzt nicht zu Deinem anderen Problem gestanden hast, ist u.a. eine „Eigenart“ dieser Krankheit. Und wenn Du schon schon länger mit dieser Krankheit umgehen musst (auch wenn Du es erst nicht wahrhaben wolltest), wird es wegen Deiner Tumorerkrankung doppelt schwierig gewesen sein, dieses Problem anzugehen. Es wird die manchmal vermeintlich einzige Fluchtmöglichkeit gewesen sein.
Ich will mit dieser Aussage nichts entschuldigen, denn es gibt nichts zu entschuldigen. Es mag den Einen oder Anderen enttäuschen, weil er meint, Dich für einen anderen schlimmen Zeitpunkt, nämlich die OP aufgebaut zu haben und nun sieht er einen weiteren, nicht genannten Hintergrund persönlicher Problematik. Doch der Grund für die Unterstützung eines Menschen in Not ist unwichtig. Zu sortieren nach dem Motto, bei dem einen Problem helfe ich Dir, bei dem anderen Problem aber nicht, ist unlauter und wird auch keine vernünftig denkender Mensch (besonders Christ) tun.
Du hast ein Problem, mit dem Du fertig werden willst. Das zeigt allein schon die Offenlegung von Dir. Man wird Dir fachkundiger weise gesagt haben, dass auch nur Du das Problem lösen kannst. Deine Umgebung kann Dir maximal Hilfestellung geben. Diejenigen, denen Du wichtig bist (besonders Dein Mann), werden Dir ihre Hilfe nicht versagen – wenn Du mitziehst.
Ich wünsche Dir, dass Du ganz besonders Dein Probleme mit der Hilfe Dich liebender Menschen lösen kannst und alle Kräfte dafür entwickeln kannst. Das physische Problem der Tumorerkrankung wird von den Ärzten „bearbeitet“ werden. Aber auch hierfür wünsche ich Dir nötige Kraft, die Du brauchst, denn wir wissen ja alle aus Erfahrung wie sehr das alles die Nerven und die Psyche belastet.
Wir schreiben uns dann wieder im Forum – versprochen!
Liebe Grüße
Frederik
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