AW: Nicht nichts ohne dich, aber nicht dasselbe.......
Liebe Briele,
wie schön du das geschrieben hast! Anrührend, schlicht, unsentimental. Tröstlich. Es geht mit wie Alina, ich habe das Gefühl, ich sei dabei gewesen. Ich find es gar nicht traurig, ganz im Gegenteil. Aus jeder Zeile spricht unendliche Liebe und Zärtlichkeit.
Weiß du, du hast einmal gesagt, dein Papa war ein Glückskind. Ich glaube die eigentlichen Glückskinder wart ihr, du und deine Mama. Und wer könnte sich eine bessere Sterbestunde wünschen? Niemand.
Lord Tennyson in Ehren: ich weiß nicht, ob wir uns das wünschen sollten. Ginge der Wunsch in Erfüllung, vielleicht würden wir nichts begreifen. Würden unsere weltliche Erfahrung, unsere Vorstellungen, Hoffnungen, darauf anwenden. Und wenn es nun ganz anders wäre würden wir noch mehr trauern, noch mehr Angst vor unserem eigenen Tod haben. Vielleicht ganz unbegründet.
Ich glaube, es wäre besser, wenn wir dem Tod wieder mehr Raum geben würden in unserem Leben. Für viele Menschen ist es eine grössere Katastrophe, geboren zu werden, oder auch zu leben, als zu sterben. Und wie entsetzlich wäre es, unsterblich zu sein. Simone de Beauvoir's Held in 'Alle Menschen sind sterblich ist ein gutes Beispiel dafür.
Ich denk oft daran, daß man sich bei euch daheim eine gute Todesstunde wünscht zu Geburtstagen, Neujahr. Ich habe so etwas nie vorher gehört. Es gefällt mir sehr. Wenn man auf Glück und Gesundheit schon wenig Einfluss hat, auf seine Sterbestunde hat man gar keinen.
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