AW: Villa Sonnenschein
Hallo Anke,
leider ist es so, daß sich kaum jemand in uns hereinversetzen kann, der nicht selbst erkrankt ist. Die meisten Menschen möchten mit dem Thema Krebs nicht konfrontiert werden, einfach aus der Angst heraus, daß sie "auch mal dran sein könnten".
Selbst in der Familie ist es schwierig, über die Ängste zu reden, einfach, weil die Angehörigen sich selbst ängstigen. Meine Tochter z.B. will vom Sterben überhaupt nichts wissen, was ich auch verstehen kann, sie ist erst 18 und kann sich nicht vorstellen, daß Mama mal nicht mehr da sein sollte. Mit meinem Mann kann ich zwar darüber reden, aber ich spüre auch seine Angst, mich zu verlieren. Das ist ganz normal, denke ich. Mit meinen engsten Freundinnen kann ich zwar auch reden, aber richtig verstehen kann mich inzwischen nur eine, die kürzlich an Blutkrebs erkrankt ist.
Was Dein "Funktionieren" anbelangt, vielleicht machst Du auch einfach zuviel, lasse Dir doch mal helfen, zeige, daß Du Hilfe brauchst. Vielleicht gibts Du Dich auch stärker, als Du in Wirklichkeit bist und sieht ja auch niemand Bedarf, Dich zu unterstützen.
Alles Gute für Dich
Lieber Gruß
Renate
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