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Alt 20.11.2005, 14:05
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Rubbelmaus Rubbelmaus ist offline
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Registriert seit: 07.12.2004
Ort: Schönste Stadt am Rhein
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Standard AW: Angst...vor allem um meine Kinder

Liebe Vanilla,
ich kann dich so gut verstehen. Meine BK-Erkrankung ist schon über 5 Jahre her. Seitdem bin rezidiv- und metastasenfrei. Mit meinem Behinderungen durch die Behandlung, mein vorzeitiges Rentnerdasein und die anderen Schicksalsschläge in den letzten Jahren, habe ich mich eigentlich abgefunden. Ich kann mittlerweile mein Leben annehmen, wie es ist. Ich lache gerne und viel und habe einen wunderbaren Mann an meiner Seite, der mir hilft wo er nur kann. Und trotzdem, ich falle ab und zu in ein tiefes Loch. Das letzte Mal war es im Urlaub, auf dem ich mich so gefreut hatte. Aber du kennst das ja aus eigener Erfahrung. Ich habe dann den Mädels hier im KK meine Lage geschildert, und bekam von Allen hier viel Hilfe und Unterstützung. Dann hatte ich Mittwoch einen Termin bei meinem Psychodoc und dort konnte ich alles los werden. Seitdem geht es mir wieder besser. Ich stelle mich meiner Ängste und unterdrücke sie nicht. Einen Feind den man kennt und dem man sich stellt, ist besiegbar.
Du siehst, selbst nach so langer Zeit kommen die dunklen Tage immer mal wieder. Zwar nicht mehr so oft wie früher, aber es ist nicht weg.
Ich glaube, es sind gerade die Menschen, die immer optimistisch scheinen und angebl. so stark sind. Es ist so viel was wir durch die Krankheit verloren oder aufgeben mussten. Wir haben uns selbst verändert und wir müssen letztendlich einsehen, es wird nie wieder so sein, wie es mal war. Aber das Ganze braucht seine Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen.

Die Angst vor der Zukunft und um deine Familie sind völlig normal. Die Ängste und Sorgen werden aber mit der Zeit immer weniger und die Abstände immer länger. Ich bin seit meiner Erkrankung bei einem Psychodoc in Behandlung. Ohne ihn wäre ich bestimmt noch längst nicht so weit. Vielleicht solltest du eine Mitbehandlung durch einen Pschodoc o.ä. mal überlegen. Man kann mit einem Menschen, der aussen vor ist, oft besser über alles sprechen. Damit verändert man sein eigenes Verhalten und lernt, das viele Sachen die uns belasten, ein Teil unserer Krankheit sind und dazu gehören. Man lernt dann, damit anders umzugehen.

Ich nehme dich in die Arme, drücke dich ganz fest und schicke dir ein riesengrosses Kraftpaket und deine Ängste jage ich auf den Mond.

Viele liebe Grüsse
Rubbelmaus
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