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Alt 24.11.2005, 20:08
nilmar nilmar ist offline
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Standard AW: Spezialklinik in OWL (Ostwestfalen Lippe)

Hallo zusammen - insbesondere an alle, die mich kennen (Mami und Britta),

jetzt habe ich ca. 1 Jahr lang den Berichten meines Vaters und meiner Mutter, als stiller Mitleser gefolgt, ohne jemals etwas dazu kommentiert zu haben. Heute möchte ich aber doch mal etwas schreiben:

Zum einen, ist es mir ein Bedürfnis noch einmal kund zu tun, was für ein super toller Mensch Eike gewesen ist. Bei allen Beerdigungen werden positive Worte für den Verstorbenen gefunden, aber bei "unserer" hatte ich das Gefühl, dass die Leute wirklich einen persönlichen Verlust empfunden haben, bzw. im Umkehrschluss, um es positiv zu sehen, dass Eike vielen Menschen ein Hilfe, ein Leitbild und eine Stütze gewesen ist.

Einer sagte:" Eike ist der netteste Mensch gewesen den ich beruflich kenne" . . . und das war er auch, bzw. so werden wir uns immer an ihn erinnern und sein Andenken auch so pflegen und weitergeben.

Viel mehr kann ein Mensch ja fast gar nicht mehr erreichen im Leben, als dass sich nach seinem Tod andere Leute positiv an ihn erinnern.

Des weiteren möchte ich auch sagen wie gut dieses Forum für die Betroffenen, aber auch für die Angehörigen ist. In den letzten Tagen lese ich mir immer die Beiträge von Eike aus den Anfängen dieses Threads durch. Seine für ihn so markante Schreib- und Ausdrucksweise ruft immer bestimmte Erinnerungen wach, bei denen ich unwillkürlich grinsen muss. Am Anfang wo er noch so voller Mut war und sogar noch schreibt: Erst mal "Kopf hoch" und Kämpft! Das ist allemal besser als aufzugeben. (04.01.2005)

Zu Britta sagte er kurze Zeit später: "Wenn bei deinem Vater "keine Heilung mehr möglich ist", lasst bloß den Kopf nicht hängen, das ist kein Todesurteil. Es bedeutet "nur", dass er jetzt "unheilbar krank" ist. Aber wie lange, dazu sagt die Beurteilung "keine Heilung mehr möglich" nichts aus, das kann auch noch viele Jahre sein." (06.01.2005)

Sein kpl. Krankheitsverlauf ist hier dokumentiert - erst durch ihn und dann durch meine Mutter. Auf der einen Seite wird dadurch der positive Kämpfer wachgehalten und auf der anderen Seite wird man sich bei den letzten Beiträgen immer daran erinnern, warum es letztendlich eine Erlösung für ihn war.

Ich hoffe auch für meine Mutter, dass sie nach den zwei Jahren Stagnation, bei denen sich alles immer um Krankheit und Tod drehte wieder zurück ins "Leben" findet. Aber auch das habe ich hier gelernt - anscheinend muss man wirklich jeden Fest und Feiertag einmal mitgemacht haben, um die Stufen der Trauer zu durchlaufen und Geschehenes aufzuarbeiten. Vielleicht bleibt einfach mal die Dankbarkeit für die schönen Erinnerungen, die man durch und mit dem geliebten Partner sammeln konnte.

Was ich letztendlich sagen möchte, ist, dass ich dieses Forum wirklich schätze, weil es dem Betroffenen und den Angehörigen aktiv hilft und zeigt, dass sie nicht alleine sind (gerade bei so einer Krankheit wie BSDK, bei der man doch sehr an zu hause gebunden ist). Dazu kommt noch, dass es im Nachhinein ein Medium ist, das dem Partner auch nach dem Tod noch eine Stimme verleiht und Erinnerungen wach hält.
Zu guter Letzt hilft es den ANgehörigen nach dem Verlust weiter - denn die vielen Hilfs- und Kontaktangebote, helfen doch auch. Und wenn man nur weiß, da ist jemand, der empfindet genauso.

So, jetzt habe ich zum ersten und wahrscheinlich letzten mal hier gepostet.
Mami - ich befürchte, dass Du heute vielleicht doch noch weinst, wenn Du das liest.
(Ich hoffe nicht wegen der Fehler )

Ich hab Dich lieb - Sandra