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Alt 02.01.2006, 22:17
helgaGB helgaGB ist offline
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Beitrag AW: Malignes Melanom

Liebe Forumsteilnehmer und –leser!

Erst einmal wünsche ich jedem ein Gutes Neues Jahr und allen, die sich momentan nicht so guter Gesundheit erfreuen, alles Gute für eine hoffentlich baldige Genesung und viel, viel Kraft und für all die, denen es derzeit gut geht, dass dies auch so bleibt.

Seit Juni 2004 habe ich viele der Beiträge gelesen, soweit das meine freie Zeit erlaubt hat. Im Juni 2004 habe ich auch einmal eine Frage gestellt, die mir nur teilweise beantwortet wurde. Damit komme ich bereits zu meinem Anliegen:
Im Mai 2004 bekam ich nach einer ambulanten Operation in Südschottland die Diagnose: ein 4 mm tiefes nodulares Melanom, Bei Mitteilung der Diagnose wurden mir auch gleich noch meine Überlebenschancen mitgeteilt. Katastrophal!! Weniger als 50% nach 5 Jahren. Keinerlei Beistand bei der Verarbeitung dieser Nachricht. Es wurde dann im Juni 2004 eine Wächterlymphknotenbiopsie in einem Krankenhaus in Glasgow, Schottland, vorgenommen. Der Befund: Operation missglückt („operation failed“, so steht’s auf dem Stück Papier, das ich erhalten habe). Man hat die Lymphknoten nicht gefunden, trotz Einspritzen von blauer Markerfarbe und einer radioaktiven Flüssigkeit. Dann wurde ich wieder nach Hause geschickt , gebeten unterm Arm regelmäßig nach Knötchen zu suchen und alle 3-4 Monate beim schottischen Hautarzt zur Untersuchung zu erscheinen, der sich dann NUR meine Narbe am linken Arm angeschaut hat. Eine Bitte weitere Untersuchungen zu unternehmen wurde mir mit dem Kommentar verweigert (wahrscheinlich aus Kostengründen), dass eine solche Untersuchung nichts an der Prognose ändern würde.

Im Juni 2005 bin ich nach 32 Jahren UK-Aufenthalt in das Bodenseegebiet übersiedelt. Ein hier ansässiger Hautarzt hat mich dann erst einmal sozusagen gründlich unter die Lupe genommen. Überprüfung aller Muttermale, Sonography, Blutuntersuchung, Röntgen, CT Scan. Und nun das sehr Erfreuliche: Keine Spur vom Krebs vorhanden. Ich gehe nun alle drei Monate zur gründlichen Untersuchung der Muttermale und ein Mal im Jahr werden auch noch umfangreichere Tests gemacht.
Was für ein erfreulicher Unterschied!!! Endlich werde ich ernst genommen und die Mediziner kümmern sich um mich. Ach ja, und das britische Gesundheitssystem muss nun trotzdem zahlen, da die hiesige AOK das mit ihnen verrechnet.

Eigentlich wollte ich allen nur sagen, das ich das deutsche Gesundheitssystem als hervorragend betrachte. Es kann nämlich auch anders gehen und es ist doch sehr bedrückend, wenn man mehr oder weniger als hoffnungsloser Fall angesehen wird und dabei auch noch keinerlei moralische Unterstützung erhält. Es gibt sicher auch hier Mängel, aber im Grossen und Ganzen ist das deutsche System gründlich und menschlicher. Vor meinem Umzug nach Deutschland habe ich das auch immer wieder auf Grund der Forumbeiträge (neidisch) festgestellt. Sicher bin ich noch nicht aus dem Schneider. Aber zumindest sieht die Welt nun doch viel besser aus und das seelische spielt ja sicher auch eine Rolle beim Hautkrebs. Vielleicht gibt mein Fall auch anderen Hoffnung.

Helga
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