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Alt 05.01.2006, 21:34
Marion_Sch Marion_Sch ist offline
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Standard AW: Thread für junge Angehörige von Krebskranken

So ihr Süßen,

jetzt mach ich mal wieder von meiner Funktion als Sonnenschein und Dauergutelauneverbreiterin gebrauch!!!!!!!!!!! Und wehe euch, wenn ihr nicht mindestens ne halbe Stunde lacht!!! Dann komm ich euch da hin und mob euch über den Haufen...und das war jetzt ne Drohung!

Also, Laura,Mona,Anne, Anna (wobei du mir heute sehr ausgeglichen erscheinst!!! Find ich super toll!!! ich will mehr davon!)....meine kleinen Sorgenkinder...was mach ich bloß mit euch??????? Das Jahr hat doch grad erst angefangen, also gebt ihm ne Chance, ein gutes Jahr zu werden. Versucht euch zu entspannen, wenn es gut läuft, denn wenn man sich an den guten Tagen ausmalt, was alles schlimmes als nächstes kommen kann, ändert es daran auch nichts. Ihr habt ein Recht darauf glücklich zu sein, und eure Eltern haben ein Recht darauf zu sehen, dass es ihren Kindern gut geht!!!
Man fragt sich immer, was kommt als nächstes?? Kann es schlimmer kommen?? Das klingt jetzt schovel, aber wir alle kennen die Antwort: Ja, es kann schlimmer kommen! Wir wissen das alle aus eigener Erfahrung. Aber der Punkt ist, dass wir nicht zulassen sollten, dass und dieses Wissen auch in den guten Zeiten herunterzieht, denn dann geben wir auf! Und aufgeben ist nicht! Wer aufgibt hat verloren, wer kämpft kann zwar verlieren, muss es aber nicht!!!
Also, versucht eine positive Einstellung zu behalten, auch wenn es verdammt schwer fällt und Unmengen an Problemen über euch hereinbrechen!
Ich weiss, ich hab zur Zeit leicht reden, weil es meinem Papa ganz gut geht, aber ich weiss auch, wie schlechtere Zeiten aussehen und wie wichtig es ist nach vorne zu schauen, genauso wie es wichtig ist, auch mal egoistisch zu sein und etwas für sich selber zu tun. Schluckt nicht immer alle Sorgen herunter, die ihr so mit euch herumtragt. Ich habe gelernt, dass sich mein Vater übergangen und hilflos fühlte, wenn wir versucht haben möglichst viel von ihm fernzuhalten oder das Thema Krebs außen vor zu lassen. Ermutigt eure Eltern, wieder ins Leben einzusteigen und tretet ihnen ab und an mal in den Hintern, wenn sie sich gehen lassen! Sie wollen gebraucht werden und wenn man alles macht und tut, haben sie vielleicht das Gefühl nutzlos zu sein....

Liebe Laura, ich freu mich, dass dein Vater sich zu einer Therapie entschlossen hat. Ich bin mir sicher, dass es für ihn eine Hilfe ist. Und damit für euch auch! Wenn deine Mutter diese Drinks nicht mag, es gibt auch Nahrungszusätze, die man in das normale Essen rühren kann und die Mengen an Kalorien enthalten...hat mein Vater auch genommen...meine Mutter will morgen mal schauen, wie genau das heisst und dann sag ich dir Bescheid.

Liebe Mona, schön, dass deine Mutter wieder arbeiten geht! Das wird ihr gut tun und ich denke, dadurch wird sich auch einiges bei euch zu Hause entspannen. Und was das Sport machen betrifft...schnapp dir die Walking-Stöcke und raus ins Freie!!! Sport ist toll und setzt Endorphine frei und macht glücklich!!! Und glücklich ist toll!! Wird Zeit, dass die Hallen wieder aufmachen und ich zum Sport kann! Ich hab schon Hummeln im Ar... und bin total hibbelig...
Für deine Mutter dürfte das genau der richtige Sport sein. Frische Luft und Bewegung, die sanft die Ausdauer fördert und den Kreislauf anregt. Es gibt ja auch Lauftreffs für Anfänger, dann seid ihr mit mehreren zusammen und lernt gleich noch Leute kennen...bestimmt auch etwas, was deiner Mutter gut tun könnte.

Anne, ich drück dich ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz doll!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Lass dich nicht unterkriegen!

Anna, wo sind die gutaussehenden Postboten und Eishockeyspieler????? Ich will auch welche!!! Schick die doch mal für nen Besuch nach Münster
Hab zwar ständig gutaussehende Volleyballer um mich, aber freuen würd ich mich trotzdem

So ihr Süßen, das wars, hoffe ich konnte ab und an ein Lächeln auf eure Gesichter zaubern, denn ich mag es nicht, wenn ihr traurig seid.

Ich hab euch lieb und drück euch alle!

Lieben Gruß Marion
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Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heisst.
Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.
(Sergio Bambaren)