Hallo meine liebe Mami,
zur Zeit bin ich irgendwie immer in Gedanken in der schlimmen Zeit vor zwei Jahren. Genau heute vor zwei Jahren haben Dich unsere Mädchen zum letzten Mal gesehen. Zwei Tage später solltest Du operiert werden und Du wolltest eigentlich nicht, dass die Mädchen Dich so sehen. Das einzig Erschreckende war aber dieser Zugang am Hals und darauf hatte ich sie vorbereitet und ich bin wirklich froh, dass sie nochmal die Möglichkeit hatten, Dich zu umarmen, Dir kleine Glücksbotschaften mitzubringen und Dir zu sagen, wie sehr sie Dich lieben...
Gestern war ich bei Papa und er fragte mich, was wir nächste Woche machen. Kathrin ist ja an diesem Tag in der Werkstatt für Behinderte und Steffi hat auch eine Verabredung. Als ich vorher die Mädchen fragte, sagten sie, dass sie mit dem Friedhof nichts verbinden und dass ihre Omi da doch gar nicht ist. Als ich aber Papa sagte, ich würde alleine kommen, war er sehr traurig, auch wenn er nichts sagte. Abends habe ich das nochmal mit unseren Mädchen besprochen und als sie hörten, wie wichtig das für ihren Opa ist, haben beide sofort gesagt, dass sie gerne mitkommen würden und ihre Pläne verschieben bzw. Kathrin versucht, früher nach Hause zu kommen. Mami, da war ich ziemlich stolz auf die beiden, weil sie ihre Ansprüche zurückstellen, um für einen anderen aus der Familie da zu sein (ist mit 16+fast 13 Jahren nicht selbstverständlich). Als ich Papa am Telefon erzählte, dass wir doch zusammen kommen, war er sofort viel lebhafter und ich konnte spüren, wie froh er war.
Meine liebe, liebe Mami - Du fehlst mir so sehr!!
In ewiger Liebe
Deine Bine