Hallo meine Lieben!
Erstmal an Dich Anna: Ich bin soooo froh und freu mich so sehr für euch, daß alles in Ordnung ist.

Tut mir so leid, daß ich vorher gar nicht mehr geschrieben habe. Die letzten Tage waren vollgestopft mit Klausuren und ich hatte keine freie Minute. Aber ich hab mich so sehr gefreut von der positiven Nachricht zu lesen.
ich habe in den letzten wochen eine schwere Entscheidung getroffen. ich werde nächste woche für ein paar Wochen nach Madrid gehen, damit ich mich auf meine Prüfung im sommer vorbereiten kann. Ich habe so lange hin und her überlegt, ob ich es kann/darf, aber ich habe mich seit jahren so sehr eingeschränkt, meine Bedürfnisse immer hintenangestellt und alle meine Kommilitonen waren viel länger im Ausland. Die Prüfung ist sehr wichtig für mich und ich könnte es nicht ertragen, wenn ich sie nicht bestehe.
Meine Eltern haben mir auch gesagt, ich soll es machen, obwohl ich bei meiner Mutter oft zweifel, ob sie es wirklich so meint. Die letzte Chemo hat sie sehr mitgenommen und sie lag nur im Bett und ihr war schlecht. Sie hat schon wieder drei Kilo abgenommen. Trotzdem schien es bis gestern so, als könnte ich es wagen. Ich habe meinem Vater gesagt, daß er mit meinem Bruder sprechen soll, damit er Mama endlich mehr hilft, wenn ich nicht da bin. Die Tickets habe ich schon gekauft, aber gestern gab es zwischen Mama und meinem Bruder wieder fürchterlichen Streit, daß sie abhauen wollte, sie hat wieder nur geweint und meinen Vater mußte ich auf der Arbeit anrufen, damit er kommt, weil ich selbst auch nicht mehr konnte. Ich denke jetzt schon wieder, daß die Entscheidung mit spanien falsch war und daß ich Mama nicht alleine lassen darf, daß mir die Prüfung egal sein muß. Heute morgen habe ich mich rausgeschlichen, weil ich ihre Blicke und die Stimmung nicht mehr ertragen konnte und jetzt sitze ich hier in der Uni und will lernen, aber meine Gedanken schweifen immer ab.
Ich drück Euch,
Laura