AW: Meine Mutter hat krebs
Hallo Nessie,
meiner Mutter geht es körperlich ganz gut. Sie denkt aber immer mehr über ihre Krankheit nach und merkt langsam wie schwer sie krank ist. Ihr Onkologe geht nicht davon aus, dass die Metas so weit zurückgehen das operiert werden kann. Über diese Aussage war meine Mutter sehr schockiert, da sie doch so sehr auf eine Op hinkämpft. Wir haben sie beruhigt und ihr gesagt das so eine Aussage letztlich nur ein Chirurg treffen kann und Onkologen sich mit so etwas nicht auskennen. Ich habe das Gefühl das man sowieso in der Onkologischen Klinik nicht daran interessiert ist den Patienten zu heilen, sondern von Anfang an nur auf Lebensverlängerung aus ist. Das mag aufgrund der Statistiken vielleicht richtig sein, aber ich finde man sollte trotzdem immer alles versuchen. Die Wirksamkeit der Chemo- mit Irinocetan und Avastin lässt langsam nach, die Tumormarker steigen leicht kontinuierlich an von zuerst 8,10,13 und den nächsten Wert bekommen wir Montag. Ich bin der Meinung das eine Umstellung auf eine andere Chemo Oxiliplatin und Erbitux sinnvoller wäre, da diese wahrscheinlich jetzt wirksamer als die alte ist. Meine Eltern haben dieses auch angesprochen, aber der Onkologe meinte das diese Zusammensetzung noch gar nicht genügend erforscht sein würde und er nicht wüsste ob sie mit den Nebenwirkungen zurecht kommt. Diese Aussage ist für mich völliger Unsinn da diese Zusammensetzung heutzutage schon bald zum Standart gehört und die Nebenwirkungen auch nicht stärker sind wie bei der jetzigen. Solche Aussagen machen mich wütend, da sie mir zeigen das der Onkologe sich entweder erschreckend schlecht in seinem Fachgebiet auskennt oder meine Mutter bewusst mit falschen Infos abspeisen will. Meine Mutter hat den Onkologen erzählt das ich mich sehr mit der Krankheit im Internet beschäftige und auch andere Onkologen um Rat frage, daraufhin meinte er im Internet könnte man sich keine Infos holen da jeder Krankheitsverlauf anders ist. Auch diese Aussage ist für mich Unsinn da die Krankheitsverläufe bei der Krankheit bei fast allen gleich verlaufen und man sich auch als Laie sehr gut darüber informieren kann. Meine Mutter ist auch der Meinung das es sinnvoller wäre die Chemo zu wechseln, wenn keine Wirkung mehr vorhanden ist. Im jetzigen Zustand haben wir meiner Meinung nach noch eine kleine Chance auf eine Op sollten die kleinen Metas in der Mitte verschwinden und diese Chance ist mir bei einer neuen Chemo größer. Abzuwarten bist die Mets wieder wachsen und dann umzustellen mag vielleicht aufs Gesamtüberleben ein Vorteil sein, aber nicht wenn man sich noch Hoffnung auf eine Op macht.
Wünsche deiner Mutter alles Gute für die Kur, ich denke das wird ihr ein wenig helfen und ihr neue Kraft geben
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