ja, ich weiß, quassle wieder zu viel, aber beim Innehalten und Zurückblicken läuft halt vieles wieder über...
Liebe Rowa,
ich denke, deine Grundeinstellung wird dir sehr hilfreich sein. Das Herz kann jetzt noch nichts anderes sagen, wenn ich mich recht erinnere, hast du diesen schrecklichen Weg erst im Mai begonnen. Das ist wohl die Zeit, in der man langsam beginnt, nicht mehr zu verharren und sich ganz vorsichtig auf den Rückweg macht.
Zitat:
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Hier im Forum sind wir eine starke Wandergemeinschaft
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das ist sehr wahr. Ich weiß nicht, wo ich heute ohne das Forum stünde. Keine Ahnung. So viele Seelen sind mir hier begegnet, deren Gedanken und Gefühle mich erreicht, ermuntert und gestützt haben.
Hier im Forum ist mir auch mein neuer Wegbegleiter begegnet. Nicht gesucht, aber gefunden. Ungewöhnlicher Weg, verkehrte Reihenfolge. Aber wann hat man im "richtigen" Leben die Gelegenheit, die Gefühle und Gedanken eines Menschen so offen und ehrlich zu erfahren, wie hier auf der Plattform voller Schmerz, Trauer und Verzweiflung.
Dann waren sich wieder Herz und Verstand uneinig. Mein Herz sagte "ja", der Verstand "das geht doch nicht". Und wieder half mir das Forum sehr dabei. Menschen, auf ihrem Weg bereits weiter, über den Zweispalt Herz und Verstand evtl. schon hinweg, bereits auf dem neuen Weg mit einem Wegbegleiter, der die Freude zurückbrachte. Diese Gespräche halfen mir sehr, mich zu sortieren. "Komm her, geh weg" über lange Zeit wehrte ich mich, den alten Weg zu verlassen, dem neuen zu folgen.
Aber was ich meinen Kindern immer und immer wieder sagte :"Geh, wohin dein Herz dich trägt" mittlerweile habe ich diesen Satz auch für mich in Anspruch genommen. Und ich bin glücklich darüber, dass mein Freund in der Ferne mir und den Kindern das Lachen zurückgibt, ohne zu verlangen, dass unsere Trauer aufhört, dass er Interesse an dem alten Weg hat, wissen möchte, was uns hat werden lassen wie wir heute sind. Und bin glücklich darüber, dass er sein Lächeln in den Augen wiederfindet, dass auch er uns teilhaben lässt an seinem alten Leben. Glücklich, dass sich alles wieder sinnvoll anfühlt.
Nein, man kann niemandem seinen Schmerz abnehmen, aber man kann ihn irgendwie gemeinsam tragen, sich zuhören, eben weil es nicht derselbe Schmerz ist, ist der Blickwinkel oft ein anderer, das Verständnis für die Trauer jedoch immer gegenwärtig.
"Alles hat seine Zeit" und ich bin sicher, wir alle, trotz Wirrwarr in Kopf und Bauch, wir alle werden merken, wann was seine Zeit hat.
Heute geht es mir wieder besser, viel nachgedacht habe ich. Und wie Simone es schreibt, manchmal ist es so wichtig, dass man wieder weinen kann, damit das Atemholen nicht mehr so schwer fällt. Denn egal wie schön das neue Leben sich anfühlt, wie dankbar ich darüber bin, die Traurigkeit, sie bleibt.
LG
Andrea