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Alt 17.09.2006, 18:40
Gila1950 Gila1950 ist offline
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Standard AW: Erfahrungsaustausch

liebe margit,

danke für deine informationen und vor allem für deine verständnisvollen worte, ich komme mir nämlich wirklich sehr hilflos vor. beim letzten besuch redete meine freundin nach aussen "locker" von den kleinen krebsCHEN, die eben noch entfernt werden müssen und dass sie lieber nichts genaues über all das schlimme wissen will.

dadurch fühle ich mich wirklich regelrecht aufdringlich, wenn ich nach der art der chemo ab dienstag frage und sie antwortet, dass sie davon keinerlei ahnung hat. als ich carboplatin erwähnte, erinnerte sie sich plötzlich, dass sie DAS schon 2 x bekam, es aber nichts genutzt hat.
ich kann mir auch gut vorstellen, dass so eine OP nicht immer gleich vollständig ausgeführt werden kann, nur da hat sie mich durch ihre aussage über den operierenden arzt eben völlig verunsichert. danach war niemand auf diese diagnose vorbereitet und der chirurg dem ganzen nicht gewachsen.
dafür würde wohl auch sprechen, dass sie sehr schnell danach eine überweisung nach regensburg bekam und darauf sollte ich mich jetzt wohl auch erstmal verlassen....nämlich dass man momentan nicht operieren kann. der arzt in regensburg hat sie sicher nicht nur SO nachhause geschickt.

leider kommen hier diese ängste, dass eine OP keinen sinn mehr macht, aber nachdem ich jetzt all die bewundernswerten krankheitsgeschichten las, glaube ich, dass es wohl nur "jetzt" grade nicht geht.

mit dem hinweis auf ihre, für sie völlig unbekannte, hilflosigkeit hast du sicher recht, bisher war sie immer FRAU ihrer sinne und entscheidungen und nun lähmt (oder entsetzt) sie diese abhängigkeit von den ärzten sicher immens und sie denkt vielleicht...augen zu und durch...
man hat ihr wohl in der klinik ein buch über eierstockkrebs gegeben, denn sie erwähnte, dass sie mit einem falschen darmausgang nicht mehr leben wollte...das klngt sicher alles sehr chaotisch, denn ein gespräch AM STÜCK über alldas war bisher mit ihr einfach nicht möglich, immer nur bruchstücke und es mag sein, sie ist viel informierter, als ich ahne.

ich werde sie heute noch auf die fliessgeschwindigkeit der infusion hinweisen und beim nächsten besuch eine begleitung beim arztgespräch ansprechen, ich vermute fast, sie wäre froh, man würde das alles regelrecht über sie HINWEG besprechen, zumindest zum jetzigen zeitpunkt. ich hoffe doch sehr, dass die kämpferische frau, die ich bisher kannte, wieder zum vorschein kommt und vor allem, dass sie WACH wird.

ansonsten warte ich ihre reaktion auf die chemo ab, wobei 1 stunde alle 4 wochen so wenig klingt, aber vielleicht ist es besonders aggressiv, ich hoffe, ich weiss bald den namen der chemo.

danke, dass ich meine konfusen gedanken wenigstens hier äussern kann, denn sonst versuche ich, viel ruhe und gelassenheit auszustrahlen, ich will sie keinesfalls noch mehr beunruhigen.

dir wünsche ich gute nachrichten mit deiner freundin, du klingst auch sehr besorgt , sicher nicht zu unrecht,

für dich selbst ALLES GUTE,
liebe grüsse von gila

Geändert von Gila1950 (17.09.2006 um 18:42 Uhr)
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