
29.09.2006, 20:01
|
 |
Gesperrt
|
|
Registriert seit: 18.10.2005
Ort: Hannover
Beiträge: 981
|
|
AW: Herceptin nach 2 1/2 Jahren?
Hallo Ylva,
zu den Abständen bei der Nachsorge kann ich dir nicht weiterhelfen, aber da kennen sich andere hier besser aus.
Herceptin hat erst seit wenigen Monaten die Zulassung in der adjuvanten Therapie, also bei Frauen, die keine Fernmetastasen haben. Da deine Mutter den Her2neu-Faktor 3+ (stark positiv) hat, finde ich es gut, dass sie diese Möglichkeit nutzen kann. Her2 positiver Brustkrebs ist leider dafür bekannt, dass er sehr aggressiv ist und oft Metastasen bildet. Durch Herceptin verbessern sich die Chancen, keine Metastasen zu bekommen. Herceptin kann auch als Monotherapie, also ohne gleichzeitige Chemo gegeben werden.
Es ist allgemein gut verträglich, kein Vergleich zur Chemo.
Nach der ersten Infusion kann es sein, dass man grippeähnliche Syptome bekommst, also Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Die halten aber in der Regel nicht lange an, bei mir waren es ein paar Stunden. Eventl kann deine Mutter ihren Arzt fragen, ob sie dann Paracetamol nehmen darf. Viele sind von Infusionen für den Rest des Tages müde, muss aber nicht sein. Bei mir ist es ganz unterschiedlich, mal bin ich am Infusionstag richtig aktiv und manchmal hänge ich voll durch.
Wichtig ist, dass man die regelmäßigen Kontrollen beim Kardiologen einhält. Herceptin kann die Herzleistung verringern, das muss aber nicht so schlimm sein, wie es sich anhört. Ich musste deswegen schon 2x Pause machen, aber nach 4-6 Wochen war die Leistung wieder völlig in Ordnung und ich konnte die Thera fortsetzen.
Den Port kann ich deiner Mutter nur empfehlen. Herceptin ist nun mal eine Langzeittherapie und wenn die Venen schon eine Chemo überstehen mussten und davon kaputt sind, ist es mit Port viel leichter.
Die Port-OP dauert nicht sehr lange, man kann sie in Vollnarkose oder auch nur mit örtlicher Betäubung (bei Bedarf mit Beruhigungsmittel) machen lassen. Hinterher hat man Schmerzen, die aber nicht schlimmer sind als nach anderen OPs. Außerdem kann man sich im Krankenhaus Medikamente dagegen mitgeben lassen. Der Eingriff wird normalerweise ambulant gemacht. Nach ein paar Wochen merkt man kaum noch, dass man einen Fremdkörper hat. Komplikationen geben sind eher selten, soweit ich weiß! Ich hatte von meinem ersten Port eine Thrombose bekommen. 2 Jahre später bekam ich Metas und habe ich mir trotzdem einen neuen legen lassen. Seitdem spritze ich vorbeugend Heparin, aber der Vorteil, den der Port für mich hat, ist es mir wert! Endlich keine Venensucherei mehr!
Ich hoffe, ich konnte dir ein bißchen weiterhelfen.
Liebe Grüße und alles Gute für deine Mutter (und für dich natürlich auch ),
Mony
|