Zitat:
Und heute? Irgendwie macht sie sich wieder breit. Was wäre, wenn.... ?
Und heute? Auch wieder die Frage, wieso darf ich leben und er ist tot?
Soll ich in Zukunft darauf verzichten, nicht nur mir, sondern eventuell auch anderen Glück zu geben?
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Liebe Andrea,
in Deinen Zeilen hast Du Dir schon die Antwort auf eine Deiner Fragen gegeben. Bringen Dich Überlegungen zu den anderen Fragen wirklich weiter? Oder ist es nicht so, daß wir zu akzeptieren haben, daß nicht alles von uns vorhersehbar/steuerbar/ergründbar ist. Wir können JETZT unser Leben gestalten, damit legen wir einen Grundstein für unsere Zukunft. Wir müssen aber auch Vergangenes (in Schmerzen und Liebe) LOSLASSEN. Es ist ein wichtiger Preis, den wir für unser weiteres Leben zahlen müssen.
Vielleicht ist es für Dich möglich, Dein weiteres Leben als Geschenk und Ansporn anzusehen und Du gibst dabei einfach Deine Liebe und Glücksempfindungen weiter. Das ist doch ein wunderbarer Lebenssinn, oder nicht ?!
Unsere lieben Verstorbenen hatten nicht die Chancen, die wir jetzt als Lebende haben, aber unsere Lieben werden sich ganz sicher freuen, wenn wir ihnen erzählen, wie es uns ergeht. So sind sie bei uns und wir sind bei ihnen, wenn auch unsichtbar.
Das erinnert mich an die Geschichte vom alten Mann im Bus aus der von mir so geliebten Geschichtensammlung.
Liebe Grüße
Shalom
Das Geschenk
Ein alter Mann saß in einem Bus. In seinem Arm hielt er einen wundervollen Blumenstrauß.
Ein junges Mädchen konnte ihren Blick nicht von der Blumenpracht lassen. Immer wieder schaute sie zu den bunten Blüten und lächelte scheu.
Kurz vor der nächsten Haltestelle stand der Mann auf und ging zu dem Mädchen. Er reichte ihr den Strauß und sagte: "Ich habe gesehen, dass du diese Blumen liebst. Sie sind eigentlich für meine Frau. Aber ich denke, meine Frau würde gerne, dass du sie bekommst. Ich gehe jetzt zu ihr und erzähle ihr, dass ich dir die Blumen geschenkt habe."
Das Mädchen nahm den Strauß mit einem nun strahlenden Lächeln.
Als der alte Mann ausstieg, sah sie ihm noch nach. Und er verschwand durch ein Tor, welches zu einem kleinen Friedhof gehörte.
(entnommen aus:
http://www.zeitzuleben.de/artikel/geschichten/)