AW: Ein paar Fragen
Hallo Jule,
es tut mir leid, das auch Deine Mutter Brustkrebs bekommen hat. Ich finde es echt klasse, das Du für sie recherchierst.
Zu Deinen Fragen kann ich Dir folgendes erzählen: Ich hatte einen 8 mm großen Tumor, der nicht als Krebs deklariert wurde. Vor meiner OP wurde keine Mammografie gemacht, nur eine Sonografie (Ultraschall). Bei der OP 'sah' auch alles gut aus, bis der Befund Krebs ergab. Danach mußte ich nochmals unters Messer. Auch bei mir wurden 11 Lymphknoten herausgenommen. Hier war zum Glück kein Befall. In einem Brustzentrum wäre man sicher anders mit mir umgegangen. Dort kennt man sich aus und hätte gleich eine andere OP-Methode angewandt. Zum Beispiel, das während der OP der sogenannte Wächterknoten mitentfernt wird und ein Schnellschnitt gemacht wird. Der Wächterknoten ist der Lymphknoten, der direkt neben dem Tumor liegt. Ein Schnellschnitt ist eine direkte Untersuchung des Tumors. So kann man während der OP noch handeln, wenn es sich um Krebs handelt. Der Patientin bleiben dann weitere OP erspart.
Das Ausräumen von Lymphknoten wurde mir von meinem Arzt so erklärt. Hört sich komisch an, aber sie greifen einfach hinein und das was sie erwischen, untersuchen sie. Es ist wohl unmöglich alle Lymphknoten restlos zu entfernen, weil sie einfach im Gewebe herumhängen. Wieviele Lymphknoten man in der Achselhöhle hat, weiß ich nicht.
Das Entfernen kann ein Lymphödem, das ist ein Stau in den Venen, hervorrufen. Dieses kann auch erst Jahre später auftreten. Ein Ödem läßt den Arm anschwellen und ist mit Schmerzen verbunden. Dagegen hilft eine sogenannte Lymphdrainage, eine spezielle Massage des Armes, damit die gestaute Flüssigkeit abfliessen kann. Sofort nach der OP wird normalerweise Krankengymnastik verordnet. Hier lernt man Übungen, wie man einem Lymphödem vorbeugen kann.
Ist Deine Mutter in einem Brustzentrum untergebracht?
Für weitere Infos ist das Buch 'Überlebensbuch Brustkrebs-Anleitung zur aktiven Patientin' von Ursula Goldmann-Posch sehr hilfreich. Aus diesem als Ordner angelegten Buch kann man noch bis zur Nachsorge immer wieder hilfreiche Infos entnehmen.
Für Dich und Deine Mutter wünsche ich alles erdenklich Gute.
Heike
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Ich habe nicht mit Krebs gerechnet,
der Krebs hat nicht mit mir gerechnet.
Nicht mit meiner Phantasie,
meiner Lernfähigkeit,
meinem Überlebenswillen...
Ursula Goldmann-Posch
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