AW: große Lebermetastase
Hallo Uschi,
ich habe gerade nochmals genauer nachgeschaut wie die Diagnose bei meinem Mann letztes Jahr im Juni 05 genau war: Die Metastasen hatten eine ausgedehnte Raumforderung des linken Leberlappens, die im maximalen axialen Ausmaß 11 x 17 cm misst mit übergreifen auf die Segmente IV a/b. Im Segment VI eine Metastase von 2,6 auf 2,4 cm, im Segment VIII eine Meta von 1,7 auf 1,3 cm. Eine weitere Läsion im Segment VI von 2,2 auf 1,5 cm. Desweiteren vergrößerte Lymphknoten. Ein Pfortaderthrombus war damals nicht sicher auszuschließen. Diese Diagnose war ja auch ganz schön heftig. Es war also auch alles ganz schön groß und gut verteilt. Mein Mann bekam dann als Chemo Taxotere und Cisplatin. Ich glaube allerdings nur 4 oder 5 Mal, danach dann eine andere Chemo wegen der Nebenwirkungen (Taubheitsgefühle in Händen und Füßen.) Den Erfolg konntest du ja schon nachlesen. Ich schreibe dir die Diagnose jetzt vor allen Dingen deshalb, um dir Mut zu machen. Natürlich wissen wir auch nicht wie es weitergehen wird - aber wir haben jetzt November 06 und meinem Mann geht es soweit wirklich ganz gut. Er arbeitet sogar wieder 12 Std. die Woche.
Eine Lebertransplantation macht man bei Metastasen in der Regel nicht, da dabei das Immunsystem völlig auf 0 gefahren werden müsste und davon auszugehen ist, dass auch sonst im Körper sich befindende Kleinstzellen dann explosionsartig nachwachsen könnten. Bei Metas macht man deshalb Chemo, um das ganze System Mensch zu "beschießen" und evtl. anderweitige Metas mit zu erledigen.
Uschi, verliere den Mut und die Hoffnung nicht und ... du darfst heulen und du musst dich gar nicht zusammenreißen. Die Leute um uns herum und irgendeine blöde Stimme in uns drin verlangen immer so schwachsinnige Dinge von uns wie stark sein, sich zusammenreißen, nicht heulen, ein Stütze sein. Vergiss es bitte. Lass deine Gefühle zu. So eine Diagnose ist zum heulen und die Tränen müssen und dürfen raus, damit du wieder Kraft für das hast, was jeden Tag zu bewältigen ist: Zur Chemo fahren, die Zeit mit deinem Mann "genießen", kochen, und,und,und.... Wenn deine Tränen fließen können, dann kann auch deine Energie fließen. Wenn du deine Tränen zurückhälst, dann verbrauchst du zuviel Energie fürs zurückhalten. Das muss nicht sein. Dein Mann scheint ja zuversichtlich zu sein, das ist ein gutes Zeichen - er hält auch sicher deine Tränen aus. Männer und "Betroffene" gehen oft anders mit der Situation um als wir Angehörige.
Ich wünsche dir und deinem Mann alles Gute und denke an euch. Doro
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