AW: Darmkrebs mit Metastasen Lunge und Leber
Hallo Gisela,
bin etwas spät dran mit einer Antwort, aber vielleicht nicht zu spät. Eine Chemo sollte sich deine Mutter vermutlich nicht mehr antun. Ich gehe jetzt von meinem Vater (87) und meiner Mutter (82) aus und stelle mir eine Chemo vor. Ich selbst habe 1998 nur eine adjuvante Chemo gehabt, aber bei Freunden schon eine "richtige" Chemo erlebt. Wenn es darum geht eine Stenose zu verhindern solltet ihr m.E. eine OP des Primärtumors in Betracht ziehen. Ansonsten ist so ein Darmkrebs viele Jahre alt und - ich hoffe ich irre mich da nicht - ist das Zellwachstum bei 80jährigen nicht mehr so dynamisch wie bei Jüngeren. Natürlich kann kein Arzt eine verlässliche Aussage bezüglich der (Über)Lebenszeit machen. Trotzdem würde ich nach einer Tendenz fragen. Wichtig wird für deine Mutter (und Euch) auch, wie die Perspektive der Lebensqualität aussieht: Beeinträchtigung des Stuhlgangs, Schmerzen, etc. Da werdet ihr einen Weg finden müssen, der deiner Mutter ein Leben ohne Qualen ermöglicht. Wenn unsere Eltern über 80 sind werden wir uns bald von ihnen verabschieden müssen - es sollte aber möglichst ein Leben in Würde und ohne unnötige Schmerzen sein. Meine Eltern hätten keine Lust mehr zu den nicht zu unterschätzenden Belastungen einer Chemo - das mag aber verschieden sein. Keine einfache Entscheidung, liebe Gisela, aber ich würde bei meinen Eltern - ich hab sie sehr gerne - den Weg der geringsten Schmerzen wählen - auch wenn es im Endeffekt einige Monate weniger wären. Dafür hat diese Generation schon viel erlebt.
Liebe Grüße aus Hamburg,
Ralph
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Ich respektiere meinen Krebs -
aber ich lasse mich nicht von ihm dominieren.
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