Hi Ylva!
Ich gehör zwar nicht zu den "alten" hier, bin aber von Dir recht herzlich empfangen worden und hoff Dir hiermit helfen zu können:
Meine Mum hat sich professionelle Hilfe geholt wg. ihrer Angst.
Uns ist erklärt worden, dass meine Mum momentan gar nicht fröhlich sein kann wg. ihrem Serotoninspiegel.
Serotonin wird vom Körper gebildet, wenn wir uns über was freuen, z.b. ein schönes Erlebnis haben. Es ist ein Neurotransmitter der für Fröhlichkeit, Motivation etc. im menschl. Körper verantwortlich ist.
Wenn so eine Nachricht kommt wie Krebs, hat man Angst und kann sich lange über nichts freuen. Dann bildet der Körper kein Serotonin mehr und es kommt zu einem Mangel an Serotonin.
Die Folgen davon sind, dass man sich über nichts mehr freuen kann, man sich vor nichts mehr motivieren kann, es einem schwer fällt überhaupt irgendwas zu tun. Meine Mum fühlt sich oft als stünde sie vor "einem Berg", wenn sie irgendetwas tun muss. Auch dies hat mit dem Fehlen von Serotonin zu tun.
Dieses Wissen und auch die Tabletten die meine Mum jetzt bekommt um den Serotoninspiegel zu erhöhen, machen uns mehr Mut!!
Ihr "Verändert-Sein" macht uns jetzt weniger Angst, weil wir wissen was der "körperliche" Hintergrund hinter ihrem Verhalten ist.
Hab im Brustkrebs-Forum den Thread "Bitte helft mir die Angst zu verstehen" eröffnet. Viele Frauen haben mir geantwortet. Evtl. für Dich auch eine Hilfe?
Ich hoff ich konnt dir ein wenig helfen.
Weißt Du warum deine Mutter so zynisch und ironisch ist? Sie ist doch schon länger geheilt und auch ohne Metastasen oder?
Hat sie immer noch so viel Angst? Würd mich echt interessieren!!!
Hi Thomas,
ich bin hier selbst noch nicht lang dabei, erst seit Anfang Dezember (meine Mum bekam die Diagnose Brustkrebs im Ende Juni).
Auch ich versteh die Ängste und Sorgen sehr gut.
Mir hilft dieses Forum sehr viel. Durch die Diagnose betritt man ja plötzlich eine "neue Welt (Realität)" und hier sind viele Menschen die sich schon besser zurecht finden. Vor allem wird man hier verstanden, dass tut echt gut.
Eure Situation ist echt nicht leicht. Ich würd an Deiner Stelle viel im Forum "Brustkrebs" selbst lesen, da kannst Du Dir echt viele Infos und Ratschläge von direkt Betroffenen holen. Warst Du dort schon?
Und wg. den Depressionen deines Vaters:
Evtl. hat er auch einfach diesen Serotoninmangel den ich oben beschrieben habe?
Deine Zwickmühle ist verständlich, aber Du darfst Dir nicht zuviel aufladen. Es wär doch schade wenn Du so belastet wärst, dass Du irgendwann keine Hilfe mehr sein kannst.
Schönen Abend wünsch ich noch,
Eure Gabi