Einzelnen Beitrag anzeigen
  #574  
Alt 26.02.2007, 22:00
sami sami ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 04.01.2007
Ort: bei Stuttgart
Beiträge: 57
Standard AW: Liebe Neue, Bitte Kein Neues Thema Eröffnen, Sondern Hier Schreiben!!!!

Hallo an Alle,

ich möchte euch mal von meinen letzten drei Wochen berichten. Am Mittwoch 07.Februar bin ich zur stationären Behandlung in die Hautklinik gegangen. Aufgrund meiner diversen körperlichen Beschwerden hatte ich kein sonderlich gutes Gefühl und rechnete mit dem Schlimmsten. Am ersten Tag lief außer der Aufnahmeuntersuchung mit Blutentnahme und einem EKG nichts. Zudem eröffnete mir die Stationsärztin, daß das PET verschoben werden muß, da der Termin von der Radiologie abgesagt wurde. Das war dann für mich schon ein ziemlicher Schock, da mir gerade das PET wegen meiner Beschwerden sehr wichtig war. Alternative Untersuchungen (Röntgen, Abdomen-Sono) wurden abgelehnt: „Das bringt ihnen nichts“.
Die Stationsärztin und der Chefarzt wollten mich bei der Visite am Nachmittag ein wenig beruhigen und sagten „Machen Sie sich mal keine Sorgen. Wir tun das bestmögliche für Sie und gehen davon aus, daß Sie keine Metas haben“. Für meine körperlichen Beschwerden hat sich niemand interessiert und es hat immer geheißen „Haben Sie Geduld und warten Sie die Untersuchungen ab“.
Am zweiten Tag (Donnerstag) wurde ich mit einem Taxi in eine weitere Klinik in Stuttgart gefahren, wo dann die Lymphabflußszintigraphie (??) durchgeführt wurde. Da mein MM ziemlich mittig am Rücken saß wurden beide Axeln markiert. Am Freitag war dann der OP-Termin: Nachschnitt mit Sicherheitsabstand und LK-Biopsie. Bewaffnet mit zwei Drainageflaschen habe ich mir dann den restlichen Tag um die Ohren geschlagen. Als die örtliche Betäubung nach ein paar Stunden nachgelassen hatte, bekam ich schon etwas Schmerzen. Mit Schmerztabletten ging es dann aber einigermaßen. Samstag war ich mir dann wieder komplett alleine überlassen. Bei der Sonntagsvisite wurde ein Verbandswechsel durchgeführt und die Drainagen konnten entfernt werden. Speziell unter der rechten Axel hatte sich ein ziemliches Ei von Hämatom gebildet. Zudem hatte/habe ich beidseitig am ganzen Brustkorb blaue, grüne und gelbe Flecken und Striemen von den Druckverbänden. Da ich während meinem KH-Aufenhalt sehr viel Zeit hatte, habe ich meinen Körper ständig nach weiteren Unregelmäßigkeiten abgesucht. Am Hals habe ich auch mehrere tastbare und vergrößerte LK`s gefunden, von denen ich meinte, daß diese Stellen von der Radiologin eine Woche zuvor nicht untersucht wurden. Ich konnte die Stationsärztin zu einer Wiederholung der Sono-Untersuchung bewegen. Die Radiologin meinte jedoch, daß sie diese LK`s bereits eine Woche zuvor bemerkt hatte. Die LKs seien zwar vergrößert aber wegen ihrer Struktur und Form absolut unauffällig und zudem „Raucher haben häufig vergrößerte LKs“.
Abschließend wurde ich nochmal mit einem Taxi in ein weiteres KH gefahren, wo dann ein MRT vom Schädel durchgeführt wurde. Da ich mittlerweile stärkere, einseitige Kopfschmerzen bekommen hatte war ich auch bei dieser Untersuchung sehr besorgt. Der Lärm in dem MRT ist beinahe nicht auszuhalten. Nach dem Abschluß der Untersuchung habe ich die Radiologin natürlich gefragt, ob sie irgendwelche Unregelmäßigkeiten entdecken konnte. Sie war zumindest zu der Aussage zu bewegen, daß sie auf die Schnelle nichts entdecken konnte, was Kopfschmerzen verursacht. Und meine Kopfschmerzen verschwanden...!!
Ich wurde dann also am Montag dem 12.Februar nach Hause entlassen. Für die PET-Untersuchung mußte ich am 19./10.Februar erneut stationär aufgenommen werden („PET darf wegen der Kosten nicht ambulant gemacht werden“). Im Gegensatz zum MRT ist das PET richtig traumhaft. Es ist nur ein sehr leises Summen ist zu hören. Ein Vorabergebnis bekam ich sofort nach der Untersuchung: Keine Auffälligkeiten feststellbar. Und meine Beschwerden im Brustkorb verschwanden...!!
Leider wurde ich dann wieder ohne abschließendes Ergebnis entlassen. Die histologische Untersuchung der Sentinel-LKs war noch nicht abgeschloßen.

Heute hat mich die Ärztin aus der Klinik angerufen: Alle Untersuchungen, inklusive der Sentinels sind ohne Auffälligkeiten.

Jetzt kann ich mich endlich um die Nachsorge kümmern.

Das war jetzt wirklich eine sehr harte Zeit. Seit der MM-Verdachtsäußerung durch meinen Hautarzt am 04.Januar sind bis heute über sieben Wochen vergangen.
Jetzt weis ich mal, was psychosomatische Beschwerden sind. Meine anfänglichen Befürchtungen (außer dem MM natürlich) haben sich komplett nicht bestätigt und der Großteil meiner körperlichen Beschwerden ist verschwunden. Natürlich ist mir klar, daß ich jetzt keinesfalls aus dem Schneider bin. Jetzt kenne ich aber zumindest meine aktuelle Lage und kann ein wenig aufatmen. Meine Hämatome und blauen Flecken gehen auch langsam zurück.

Viele liebe Grüße
Michael