Hallo,
seit einiger Zeit lese ich nun schon in diesem Forum, so wirklich viel geschrieben habe ich jedoch noch nicht...
Aber heute habe ich mir gedacht,ich füge auch mal was hinzu...
Meine Mama ist am 9.August 2006 an Kehlkopfkrebs gestorben. Oft wird erzählt, dass die letzten Wochen von Krebspatienten sehr schlimm und schmerzhaft sind und so war es auch bei meiner Mutter. 1 1/2 Jahre hat sie gegen den krebs gekämpft - sie beklagte sich nie sondern hat immer alles mit sich alleine ausgemacht und nie von ihren Schmerzen geredet, sie wollte einfach neimanden belasten. Längere Zeit bevor sie gestorben ist, lag sie im Krankenhaus, zwischendurch wurde auch schon 2 mal gesagt, dass jetzt alles besser würde und sie bald wiedergesund sein würde. Aber leider kam immer wieder ein Rückschlag und es wurden neue Metastasen entdeckt. Das war eine sehr harte Zeit. Sie hat alles über sich ergehen lassen, in alle Therapien eingewilligt. Als die Chemos dann mal wieder abgebrochen wurden, haben meine Schwester udn ich einen Termin mit dem Arzt gemacht und haben sie montags morgens mit zu ihm in die Ambulanz genommen (sie lag zu der Zeit im Krankenhaus). Der Arzt fragte noch, was wir möchten, er wäre doch fast jeden Tag bei Mama auf dem Zimmer. Aber wir wollten einfach Klarheit, da er oft kam, als wir nicht da waren und Mama ja nicht sprechen konnte. Er sagte, dass es schon sehr schlecht aussehe und die Chemo ja wieder abgebrochen wurde aufgrund dessen. Er sagte, man könnte damit in den nächsten Wochen evtl wieder anfangen, wenn Mama wieder genug Kraft hätte. Mama sagte dann jedoch, dass sie icht mehr könne und sie auch keine Therapie mehr wolle. Das war ein ganz schöner Schock, aber wir haben ihr auch immer gesagt, dass sie auf uns keine Rücksicht nehmen soll, sie soll nicht wegen uns leiden, so schwer es auch war. (meine Eltern sind geschieden, deswegen machte sie sich große Sorgen) Sie sollte dann auf die Palliativstation verlegt werden, wenn dort ein Platz frei würde. Als wir wieder im Zimmer waren, sagte sie: Lieber Gott, mach dass es nicht mehr so lange dauert.
Es hat dann wirklich nicht mehr lange gedauert, aber in meinen Augen zu lange...
Auf die Palliativstation hat sie es gar nicht mehr geschafft, Mittwochs( nach dem Termin am Montag) kam mir eine bekannte wweinend entgegen (nachdem Mama mittags schon immer fragte, was wir abends machen würden udn ob wir uns gegenseitig erreichen könnten) und unsere bekannte sagte, dass Mama immer auf ihr Shirt und die Hose zeigen würde, da sie es im Grab anziehen wolle.... Haben dann abends den Seelsorger gerufen, gebetet und natürlich geweint. Selbst da sagte sie noch: Jetzt heult hier nicht so rum....
Es sah schlecht aus an dem Mitowch abend, Donnerstag jedoch saß sie wieder im Bett und aß Kuchen... Einfach komisch...Seit Mittwoch Abend saßen wir Tag und Nacht vor Ihrem Bett und niemand wollte nach Hause gehen...
aufgrund der hohen Dosen Morphium hat sie ein Beruhigungsmittel bekommen, was sie dann auch schließlich hat schlafen lassen bis zum Tod. Sonntags sah es dann nochmal schlecht aus, (sie wurde ja nicht mehr wach, selbst zur Pflege nicht) berappelte sich dann aber wieder und Dienstags nochmal dasselbe spiel mit Annzeichen des Todes an den Füßen, Knien und Händen. Mittwochs waren wir morgens zuhause, nachmittags bei ihr und es ging einfach nicht mehr. Dieser schreckliche Anblick aufgrund eines Zungenbisses.... Da haben wir ihr gesagt: Mama, wie können nicht mehr. Wir fahren jetzt nach Hause... Sie war ja seit Samstags nicht mehr ansprechbar. Seitdem hatte sie einmal zur Pflege die Augen geöffnet, aber durch die Krankenschwestern hindurch geschaut.
Nachdem wir dann mittwochs gefahren sin (nachdem wir es ihr gesagt haben) kam eine halbe Stunde später der anruf....
Ich glaube schon, dass Mama nicht loslassen konnte und dadurch dass wir ihr gesagt haben, dass wir nicht mehr können (so hart das auch klingt) sie edlich loslassen konnte.
Die schrecklichen Bilder gehen einfach nicht mehr aus meinen Kopf, obwohl es im August schon 1 Jahr wird.Ich hatte danach noch 5 Tage frei, aber im Nachhinein merke ich, dass es mir gut getan hätte, mich länger krankschreiben zu lassen. ich komme einfach nicht mehr mit meinem Leben klar. Meine Mutter und ich wohnten zusammen (ich war 21 zu der Zeit) und nun wohnte ich alleine in einer 98qm Wohnung. Meine Schwester zog zu mir, aber es passte einfach nicht, sie ging halt anders mit allem um, wollte die Sachen von Mam schnellstmöglichst wegtun... Jetzt ist sie wieder ausgezogen, mein Freund wohnt seit letzter Woche am Wochenende hier, aber trotzden fehlt sie mir unglaublich... Jeden Abend im Bett denk ich an sie und weine mich meistens in den Schlaf....
Wie gerne hätte ich einfach nochmal ihre Stimme gehört, die sie ja seit Januar 2005 nicht mehr besaß..
Es ist so unglaublich schwer, aber das wisst ihr ja alle....
Lieben Gruß
Dani