Hallo liebe Freunde,
ich glaub schon, daß ich Euch allesamt so nennen darf! Oder?
Ich hab CL IV und meine Stimmung anfangs war unbeschreiblich grausig.
Noch dazu, wo ich außer Euch niemanden habe, der Verständnis für meine Situation hat.
Bin leider noch immer eine Einzelkämpferin.
Meine Gefühle in der ersten Zeit nach der OP. Freude, daß ich es hinter mich gebracht hatte, aber ein langsames Begreifen mit vielen Heulphasen und Panikanfällen. Es kam so über mich, daß mir der kalte Schweiß ausgebrochen ist, ich konnte eigentlich bewußt gar nix dagegen tun. Danach hab ich mich ich psychologische Behandlung begeben mit dem Resultat, Psychopharmaka zu nehmen. Die nehme ich nun seit ca. 1 Jahr. Also so lange hat es ungefähr gedauert, bis ich nun so weit bin, die Dosis auf die Hälfte zu reduzieren und es geht mir großartig. Ich habe das Gefühl, viel glücklicher und intensiver zu leben als viele andere in meiner Umgebung, denn so leicht kann mich nix mehr erschüttern, es sei denn irgendeine Erkrankung in meiner Umgebung.
Alle anderen Probleme sind für mich "Peanuts" geworden, denn sie lassen sich irgendwie lösen.
Ganz trau ich mich aber noch nicht, die Psychopharmaka abzusetzen, da muß ich erst mit meinem Arzt reden. Wird auch noch kommen.
Komisch finde ich auch, daß ich mich bei den ersten Nachuntersuchungen schon ca. 2 Wochen im vorhinen sehr aufgeregt habe, daß ich mir selbst irgendwie fremd vorgekommen bin. Und die Gefühlsausbrüche, nachdem mir die Ärzte wieder für 3 Monate grünes Licht gegeben haben, die waren auch sehr intensiv.
Diesmal (meine Untersuchung steht Anfang Mai an), ist es für mich schon anders. Seltsamerweise freu ich mich schon auf meine Untersuchung, ich sehne mich danach, daß jemand wieder nachschaut, es ist gut für mich und meine Psyche.
Hinterher betrachtet, hab ich mich sehr verändert und bin sehr viel stärker geworden. Gehts Euch nicht auch irgendwie so?
Was meinen Mann betrifft, einige kennen ja meine Geschichte, der hat sich nicht verändert. Oft bin ich am Nachdenken, ich halte es für reine Verdrängerei. Ich bin aber doch zu dem Schluß gekommen, wieder einen neuen Anlauf diesbezüglich zu machen. Weiß bloß noch nicht ganz wie, aber das wird mir schon noch einfallen. Aber dadürch, daß ich mittlerweile nervenstärker geworden bin, hab ich jetzt einen anderen Zugang und wieder mehr Kraft, etwas zu erreichen. Ich traus mir halt im Moment zu, ohne Gefahr zu laufen, wieder mal einen Heulanfall zu kriegen. Ich hab ja sehr viel dazugelernt.
Drückt mir bitte die Daumen!
Ich drück EUCH ALLE und danke, daß Ihr mir alle, auch wenn die Worte gar nicht an persönlich gerichtet waren, ganz viel Gedankengut und Kraft gegeben habt und hoffe, daß auch für Euch irgendwo ein Satz als kleiner Denkanstoß bzw. Trost dienen mag.
Hedi