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Alt 11.05.2007, 21:52
Benutzerbild von Claudia Junold
Claudia Junold Claudia Junold ist offline
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Registriert seit: 10.05.2003
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Standard AW: Hirnmetastasen

Hallo liebe Angie/Mimmi,
es tut mir sehr leid, daß Du/Ihr solche schlimmen Sachen durchleben mußtet. Ich kann Dir aber getrost versichern, daß ich meine vier Jahre Psychotherapie auch nicht aus Spaß durchgestanden habe. Fast jede MM-Geschichte hat auch einen ernsten psychologischen Hintergrund. Ich freue mich aber sehr darüber, daß Du eine Psychotherapie macht!!! Damit hast Du die allerbesten Chancen ein selbstbestimmtes, glückliches Leben zu führen!

Ich mache ja schon seit meiner Diagnose 5/2003 ganzheitliche Krebsabwehr. Ich bin auch überzeugt davon, daß ich deshalb trotz meines Hammerbefundes so lange metafrei geblieben bin.
Meinst Du, was ich gegen die Hirnmetas tue oder allgemein? Ich entscheide ja über meine Behandlung nach Beratung mir meinen Ärzten selbst, deshalb hab ich mich bisher auch gegen eine angeratene Ganzhirnbestrahlung entschieden, sondern 3 stereotaktische Bestrahlungen machen lassen. Ich habe bis zu den Metas GHT und nach der 2. Bestrahlung eine lokale HT gemacht. Ansonsten nehme ich (neben 100 anderen Sachen...) hochdosierten Weihrauch (den mir sogar anteilmäßig die Kasse bezahlt). Leider muß ich auch immer noch Cortison nehmen. Nachdem ich zwei Tage vor Abflug nach Australien die 4 neuen Hirnmetas gesagt bekommen habe und anstatt in Urlaub zu fliegen meine Metas hätte bestrahlen lassen sollen, habe ich beschlossen DOCH zu fliegen, eine Chemo (Temodal) mit in Urlaub zu nehmen, um wenigstens zu versuchen das Größenwachstum der Metas bis zur Bestrahlung einzudämmen. Diese Chemo haben wir dann in unserem Wohnmobil durchgeführt. Inzwischen habe ich den 3. Zyklus durch und am Mittwoch bin ich beim Staging. Die Chance darauf, daß eine Chemo beim MM etwas bringt, ist sehr gering, aber zumindest bei den milden Chemos einen Versuch wert. Mein Mann hat im Urlaub eine dicke Hautmeta auf meinem Rücken entdeckt und die haben ich dann zu einer TCA-Testung in Mannheim operieren lassen. Leider war bei diesem Test nicht eine Chemo dabei, auf die mein Körper angesprochen hätte. Allerdings war mir das auch egal, da eh nur Chemos getestet wurden, die nicht liquorgängig sind. Ich habe schon wieder eine neu Hautmeta und falls es mir am Mittwoch nach dem Staging noch sinnvoll erscheint, diese Hautmeta überhaupt noch operieren zu lassen, dann würde ich die auch nochmal auf Temodal und Fotemustin testen lassen. Die 1. Lungenmeta habe ich in einer schweren OP entfernen lassen, für die zweite jetzt vor wenigen Wochen hatte ich schon wieder den OP-Termin, bis ich innerhalb von 3 Tagen entschieden habe, einen völlig anderen Weg zu gehen und mir die Meta mittels RFA entfernen zu lassen. Die konventionelle OP hab ich dann kurzerhand abgesagt. Ich habe es nicht bereut!
Ja, ich habe auch Kinder. Meine sind aber schon erwachsen, das macht es etwas leichter, aber schwierig bleibt es immer. Ich denke, daß es schon einfacher ist, mit erwachsen Kindern über mein baldiges Sterben zu reden. Wir sind aber in er der Familie schon immer offensiv mit Problemen umgegangen. So haben wir von Anfang an nichts beschönigt, sondern waren immer ehrlich. Unser Großer ist Jurist, mit ihm habe ich auch Einzelheiten wegen verschiedener Erbschaftssachen besprochen. Unser Kleiner studiert im 8 Semester Chemie. Wenn ich z.B. irgendwelche Fragen zu Wirkungsweisen von Medikamenten habe, setzt er alles dran die Infos, die ich suche auch zu finden.
Das Wichtigste ist mit in meiner Situation aber mein Mann! Er steht immer hinter mir und an meiner Seite, ohne mich jemals zu bevormunden. Er weiß über das MM fast so viel wie ich selbst und ist mir ein unentbehrlicher Gesprächspartner, wenn es drum geht eine Entscheidung zu treffen.
Liebe Angie, ich wünsche Dir/Euch so viel Gutes, wie Du gerade nur aushalten kannst! Du bist eine tolle junge Frau!!!!
Liebe Grüße von

Claudia
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