AW: Neu hier und viele Fragen...
Hallo Sophie,
Ich hab vorhin bei ihr angerufen. Sie ist ja seit heute Morgen wieder daheim und ich hatte ja seit dem letzten endgültigen Befund nicht mit ihr persönlich gesprochen. Ich war erschrocken als ich anrief, denn sie befindet sich offensichtlich in einem sehr tiefen Tief. Sie sprach schwer "lallend" und meinte das hängt vermutlich mit ihrem Schmerzpflaster zusammen. Evtl. aber auch eine Zusammenwirkung mit ihren Antidepressiva die sie weiterhin einnehmen darf/soll.
Du fragtest ob sie Schmerzen hat. Ja, ziemlich schlimme sogar. Sowohl die Darmgeschichte ist ein Problem für sie als auch seit ca. 3 Wochen große Schmerzen in der Schulter/Rückengegend. Im Krankenhaus war es wohl wieder so schlimm, daß sie ihr 2 Spritzen gaben und als diese nicht halfen bekam sie ein spezielles Schmerzpflaster daß nun alle 3 Tage gewechselt werden soll vom Arzt.
Die Vermutung liegt ja nahe, daß diese Schmerzen mit dem Knochenkrebs zusammenhängen, denn so wie sie sagt, sind die Brustknochen befallen.
Es ging ihr heute nicht gut und sie war auch sehr resigniert. Sie sagt ganz klar daß ihr dieser Befund mit den 4 Krebsarten den Boden unter den Füßen weggezogen hat und sie nicht daran glaubt, daß sie dieses Ausmaß an Krebs besiegen wird können. Ich fragte sie daraufhin, ob die Ärzte was dazu gesagt hätten, was sie von der Chemo erwarten, welche Ziele bestehen. Sie sagte dazu daß die Ärzte noch garnichts über die Chemo gesagt hätten. Am Dienstag hat sie einen Termin beim Onkologen und dort sollen dann die Ergebnisse nochmal besprochen werden und auch die Therapie abgestimmt werden.
Aber ich und die anderen fragen uns: bei diesem Ausmaß an Krebs, was ja offensichtlich für ein sehr weites Stadium spricht, ist da eine Chemo überhaupt sinnvoll? Und wenn die ambulante Chemo weniger invasiv ist als die Stationäre, kann das überhaupt wirklich was bringen? Das alles läßt mich doch stark vermuten, daß die Ärzte insgesamt doch eher an ein hinauszögern der weiteren ERkrankung arbeiten oder wie sollte ich das verstehen?
Meine Tante ist (leider?) einer der Menschen die sich alles zu herzen nimmt und schon immer sehr sensibel war und zum grübeln neigt. Deshalb wohl auch die Depression. Sicherlich hatte sie auch viel Mist in ihrem Leben der zu bewältigen war und ja, man muß auch eingestehen daß sie nicht immer sehr gesund gelebt hat. Dennoch war sie gerade in den letzten Jahren sehr bemüht um ihre Gesundheit.
Die letzte Darmspiegelung muß vor ca. 2 Monaten gewesen sein. Ja, sie haben proben abgeknipst und es hieß es sind entzündliche Veränderungen da, aber kein Krebs.
Die Ärzte im KH haben jetzt zu ihr gesagt, daß diese angedachten Darm Ops erstmal keine Rolle spielen. Nur die Chemo zählt und die weiteren OPs seien auszusetzen. Den Ursprung des neuen Krebses konnten sie bisher nicht finden, sagte meine Tante. Das macht natürlich vieles sehr schwierig.
Ich hab sie heute nun gefragt, ob es für sie eigentlich belastend ist wenn ich oder die anderen bei ihr so viel anrufen (alle paar Tage). Sie verneinte das und sagte, daß es sie freut und sie sich dann "nicht so alleine fühlt" also war ich froh, das zu hören und werde auf jeden Fall weiter anrufen.
Ja, der Onkel kann sie zur Chemo hinfahren und das wird er auch mit sicherheit tun. Sie hat auch einen erwachsenen Sohn der sicherlich auch mal einspringen würde, aber leider ist er ein sehr verschlossener Typ und steht ihr nicht in dem Maße bei wie sie es sich wünschen würde. Insgesamt herrscht in ihrer direkten Umgebung wenig herzlichkeit und ich denke das ist das worunter sie schon immer sehr gelitten hat.
LG,
Sunshine
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