AW: was sollen wir nur tun? Unsere Verzweiflung ist GROß!!
Hallo liebe Christine,
tut mir wirklich leid, dass es nun auch Deinen Freund erwischt hat. Ich kann Deine Situation gut nachempfinden, so wie vermutlich fast alle hier in diesem Forum. Bei meinem Vater wurde auch erst vor kurzem der SPK diagnostiziert und wir sind entsprechend natürlich auch völlig neben der Spur.
Was mich an Deiner Schilderung wundert ist die Geschwindigkeit, in der er jetzt nach der Diagnose operiert werden soll.
Die Diagnose war bei meinem Vater am 03.08.07. Danach wurde er in die Uni-Klinik Gießen überwiesen, wo dann Termine für weitere, notwendige Voruntersuchungen gemacht wurden. Diese sind dann jetzt auch abgeschlossen und ein Teil wird nun nochmal durch die Uni-Klinik Frankfurt am Main durchgeführt, da wir dort waren, um uns eine zweite Meinung einzuholen und uns dort sehr wohl und gut behütet gefühlt haben, so dass wir uns entschlossen haben, die OP dort durchführen zu lassen. Jetzt steht dann vor der OP noch eine Radio/Chemotherapie an, die auch noch mal 4-6 Wochen dauern wird, bevor dann operiert wird.
Wenn diese Bestrahlungen bei Deinem Freund nicht nötig sind, dann ist das allerdings wohl eher positiv zu sehen, da dies erst dann gemacht wird, wenn sich ein Tumor bereits verbreitet hat bzw. schon zu groß ist, um direkt zu operieren.
Soviel zur Erklärung, warum ich meine, Deine Situation nachvollziehen zu können.
Ich denke, ich kann Dir sicher keinen allgemein gültigen Weg aufzeigen, wie Du Dich verhalten sollst. Meiner Ansicht nach bist Du aber auf dem richtigen Weg, alleine durch die Anmeldung hier im Forum. Es sind hier nur, bzw. zumindest weit überwiegend Leute, die sich so wie ich in die Situation versetzen können, weil sie gleiches, bzw. ähnliches auch gerade durchmachen oder schon durchgemacht haben. Man wird Dir viel Mut zusprechen, man wird Dir Deine Fragen so weit es möglich ist beantworten und auch bei Stöbern in den anderen Themen wirst Du viel Information erhalten, die manchmal niederschmetternd ist, dann aber auch wieder hilfreich.
Wichtig ist sicherlich schon mal, dass Ihr wohl wirklich gute Freunde seid und somit Eurem Freund sicher auch alles an Unterstützung zukommen lasst, was er braucht. Und nicht nur er, sondern natürlich auch seine Angehörigen. Es ist sicher eine harte Zeit die vor Euch liegt, was ich selbst noch nicht erfahren habe, aber sicher demnächst erfahren muss. Ich beziehe mich da auf das, was ich selbst bisher gelesen und/oder gehört habe.
Zu der OP kann ich nur sagen, dass das wohl die Standardvariante ist. Man kann wohl nicht oder nur sehr selten nur den Tumor, bei Erhalt der Speiseröhre entfernen. Es wird fast immer ein Teil oder gar die ganze Speiseröhre entfernt und dann der Magenhochzug durchgeführt. Dadurch wird dann die fehlende Speiseröhre oder das fehlende Stück ersetzt. Manchmal wird wohl auch ein Teil des Dickdarms als Ersatz verwendet. Aber davon habe ich jedenfalls seltener gehört oder gelesen.
Also Christine, ich wünsche Dir nochmal viel, viel Kraft und Euch und vor allem Eurem Freund alles, alles Gute. Es wird schwer werden, aber mit so guten Freunden an der Seite, die sich solche Sorgen machen und dann sicher auch für den Freund da sind wird es schon gut gehen.
Also, Kopf hoch, das wird sicher wieder werden,
liebe Grüsse,
Holgo
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