AW: Was soll ich tun?
Hallo Komet!
So ungefähr kann ich mir vorstellen,wie du dich fühlst.
Bei mir ging es zwar nicht um ein Jahr Auslandsaufenthalt,aber um meine Arbeit.
Meine Mutter war auch an Speiseröhrenkrebs erkrankt.Da meine Mutter 200 km von mir entfernt wohnte und ich in der Nacht gearbeitet habe und drei Kinder hatte,konnte ich nicht jeden Tag zu meiner Mutter fahren,als feststand sie hat nicht mehr lange zu leben.Ich habe einige Zeit überlegt und dann meine Arbeit gekündigt,damit ich bei meiner Mutter sein konnte und das nicht nur am Wochenende.
Ich muss zugeben,ich bereue es nicht,eine sichere Stelle für meine Mutter aufgegeben zu haben,denn anschliessend ging alles ziemlich schnell,und ich bin froh,das ich und meine Kinder meine Mutter noch so oft wie es ging sehen konnten.
Eine Stelle oder einen Auslandaufenthalt kann man immer kriegen,aber Eltern bekommt man nur einmal.
Ich habe mich auch auf meine Kindheit zurück besinnt und mir die Frage gestellt"Was habe meine Eltern für mich nicht alles aufgegeben?"
Und nun war eben die Zeit gekommen,einen Teil wieder zurüch zugeben,und meiner Mutter viel Zeit mit ihren Kindern und Enkelkindern zu geben.
Und sie hat auch die Zeit genossen,in den letzten Tagen ist sie noch einmal so richtig aufgeblüht.
Auch wenn sie niemals zu mir gesagt hätte,gebe deinen Beruf für mich auf,ich brauche dich bei mir und die Enkelkinder.
Ich will dir jetzt nicht soviel reinreden,aber überlege es dir gut,ob du nach Australien gehst.
Ich weiss nicht,wie der Gesundheitszustand von deinem Vater ist,aber wie gesagt,bei meiner Mutter ging es schnell.
Im Oktober die Diagnose und im Januar ist sie dann gestorben.
Wie gesagt,nach Australien kannst du immer,aber einen Vater hast du nur einen.
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