Liebe Tanja,
ich wußte nicht, dass Du nicht durch deinen Vati akzeptiert wirst. Ich selbst hab gemerkt, dass ich durch den Verlust meines Papas anders geworden bin: ich bin wesentlich empfindlicher geworden, was den Umgang mit Anderen betrifft. Ich kann jetzt - langsam, aber immerhin - auch zu Anderen auch mal ein Nein aussprechen, weil mir nicht danach ist z.B. mir von jemandem "ein Ohr abkauen zu lassen". Meine Umgebung reagiert mit Erstaunen, weil man das von mir nicht kennt. Ein "Nein" - oje, hat Anke am Krafttopf gerochen??
Nein, ich kann nur sagen, bei mir haben sich die Prioritäten verschoben. Ganz primitiv.
Was ich damit sagen will ist einerseits, dass unsere harte Schale Risse bekommen hat, wir empfindlicher als sonst auf unsere Umwelt reagieren und dadurch auch Mißverständnisse und Mißstimmungen auftreten. Verstärkter, als sie vorher schon da waren.
Woher ist Deine Empfindung der mangelnden Akzeptanz der "neuen" Familie Deines Vaters? Vielleicht liegt es am Alter, dass Du nicht mehr das kleine Mädchen bist, dass zu allem Ja und Amen sagt. Damit haben halt auch viele ihre Probleme.
Liebe Tanja, entscheide aus dem Bauch heraus, worauf
DU Lust hast, nicht was von Dir erwartet wird. Weihnachten sollten Tage der Besinnung sein, Tage an denen es einem gut geht. Auch wenn wir in diesem Jahr Traurigkeit und Verlust kennen lernen mussten. Es sollten Tage sein, in denen uns wieder unsere Kind-sein ins Bewußtsein rücken sollte, glänzende Augen, friedliche Menschen. Dieser ganz besondere Duft nach Pfefferkuchen, Wald, Tanne, Harz und Kerzen. Diese innere Ruhe.
Und manchmal muss man sich auch von Dingen trennen, die einem nicht mehr gut tun, weil sie einen behindern. Einen anderen Weg eingeschlagen haben, ohne den Weg des Anderen zu respektieren.
Liebe Grüsse
Anke