AW: zum sterben nach hause kommen
Hallo Jessy,
ich kan Dich so gut verstehen. Da ist ein lieber Mensch,den man noch so gerne bei sich behalten möchte ,und einem sind die Hände gebunden.
Versucht Deine Oma nach Hause zu holen,aber sichert vorher die Pflege. Ich will damit sagen,holt Euch professionelle Hilfe.
Bei uns im Krankenhaus gibt es einen Sozialdienst. Wendet Euch schnellstmöglich an diesen. Der soll dann alles in die Wege leiten. Pflegedienst bezw. ambulanten Hospizdienst,Pflegebett usw. So habt Ihr alle Zeit Euch um Eure Oma zu kümmern,und habt doch jemanden an Eurer Seite der sich um die Hauptpflege kümmert und Euch in allen Angelegenheiten unterstützt.
Meine Antwort ist im Moment nur vom "Kopf diktiert" und mag sich ganz schlimm anhören. Aber ich habe mir angewöhnt,in gewissen Situationen"nur" mit dem Kopf zu entscheiden. Ob das gut ist ? Ich denke manchmal ja.
Ich glaube,Deine Oma ist bereits auf dem Weg.Auf dem Weg,in eine andere Welt. Eine Welt ohne Schmerzen und Qualen. Versucht Ihr die verbliebene Zeit so schön wie möglich zu gestalten.Seid für sie da und aktzeptiert und respektiert Ihre Entscheidung. Für uns ,die hierbleiben,ist es eine sehr schwere und oft nicht nachvollziehbare Entscheidung. Ich weiß !!!
Mein Vater starb 2006. Einen Tag vor der goldenen Hochzeit,kam er ins Krankenhaus.Im Krankenhaus haben wir dann die goldene Hochzeit gefeiert(was er davon mitbekommen hat,weiß ich nicht).Einige Tage später wurde er ganz ruhig,und meinte :"Ich möchte gehen:" Dank der guten Medikation konnte er ohne Schmerzen und ohne die von mir befürchteten Erstickungsanfälle gehen.(Er hatte eine Lungenerkrankung-und meine grösste Angst war,das er ersticken würde) .Mir ging es in dem Moment besser,als ich seine Entscheidung respektieren und aktzeptieren konnte.So konnte ich mich ganz auf die noch verbliebene Zeit mit ihm zusammen konzentrieren.
Diese Zeit,wenn es auch nur noch wenige Tage waren,haben mir sehr geholfen.Ich bin bis heute sehr dankbar,das ich diesen Weg nit ihm gemeinsam gehen durfte.
Ich hoffe sehr,das Dich meine offenen Worte nicht verletzen. Das ist nicht
meine Absicht.
Ich wünsche Dir für die bevorstehende Zeit,ganz viel Kraft.
Liebe Grüsse
Elli
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