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Alt 27.11.2007, 19:05
Wolf66 Wolf66 ist offline
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Registriert seit: 02.02.2007
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Standard AW: Adenokarzinom inoperabel

Moin, moin, Ihr Lieben,
also - das Loch war nicht so sehr tief, höchstens ein wenig tiefer bei meiner Frau. Es war mehr Enttäuschung.
Allerdings - ein medizinisches Wunder soll ich trotzdem sein. Das jedenfalls bestätigte mir heute der Chef der UNI-Strahlenklinik. und zwar, weil ich den ganzen Mist sozusagen ohne Nebenwirkungen überstanden habe. War übrigens auch ein netter Mann und er zeigte mir auch erstmals als Bild die MRT-Ergebnisse und damit das Schalentier.
Da er mehrmals das Wort "außergewöhnlich gut" in den Mund nahm, werde ich vielleicht ja zum Studienobjekt. Ist ja eine UNI
Leider bedeutet das Wunder aber eben nicht, dass das Schalentier völlig entfernt wurde. Es gibt eben Mikrozellen, die weder durch Röntgen, noch durch CRT oder MRT sichtbar werden.
Jetzt will man ihm aber den Garaus machen, indem man man (bis zu) 20 x den Kopf (gesamt) bestrahlt und den Tumor mit starker Dosis einmal punktuell.
Alles ambulant, nicht stationär!
Den Kopf ganz deshalb, weil die neue Metastase an anderer Stelle aufgetaucht ist und man durch Kopfbestrahlung auch die Mikrozellen erreicht.
Wenn ich alles gut vertrage (und davon gehe ich mal aus) werden sie die Dosis erhöhen, sodass ich nicht 20 x hin muss und vor Weihnachten damit durch bin.
Vorteil noch - die Medizinische Universität ist zwar fast eine halbe Stunde entfernt, aber es gibt so gut wie keine Wartezeiten und außer der Punktbestrahlung dauert alles keine 10 Minuten.
Nebenbei bemerkt - man hätte (statt Punktbestrahlung) auch operieren können. Ist nicht ungefährlich und hat verschiedene andere Nachteile (natürlich auch nur stationär). Kassenpatienten müssen aber diese Alternative wählen, weil Punktbestrahlung sehr teuer ist und die Kassen das nicht ersetzen. Privatkassen schon. Gut - ich freu mich ja darüber - aber da zeigt sich doch weider einmal unsere Zwei-Klassen-Gesellschaft - oder - Wenn Du arm bist, musst Du früher sterben
Der UNI-Prof sprach dann auch mit dem mich behandelnden Arzt der Onkologie und meinte, diese Herde in der Lunge seien so klein, ob man die nicht auch wegstrahlen könnte. Man sah ihn sich förmlich die Lippen lecken.
Dazu müsste dann noch ein CT gemacht werden. Bei der Lage meines Karzinoms ist ein CT aussagekräftiger als ein MRT.
Aber das ist dann frühestens im Januar ein Thema.
Ich fragte ihn, wie denn das bei mir überhaupt mit Heilung sei und er antwortete: "Laut Lehrbuch sind Sie unheilbar, aber..... Meinen Studenten sage ich stets, sie sollen nicht das Lehrbuch, sondern den Menschen sehen"
Naja, vielleicht trifft ja bei mir das "aber" zu.
Liebe Knuddelgrüsse und ganz viel Dank für Eure lieben, aufmunternden Worte
Euer
Fellgetier
:kunuddel: