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Alt 03.12.2007, 20:10
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Tato Tato ist offline
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Registriert seit: 03.09.2005
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Standard AW: Weihnachten als Hinterbliebene

Hallo zusammen,

letztens habe ich wieder mit meinem Vater telefoniert. Es war ein längeres Gespräch. Diverse Vorwürfe von seiner Seite und reine Unverständnis.

Ich war damals bei einer Psychologin. Bei ihr gab es auch ein Gespräch mit meinem Vater. Ich fand die weiteren Gespräche mit ihr irgendwie nicht hilfreich, konnte kein Vertrauen fassen - ich habe die Therapie abgebrochen.
Nun habe ich erfahren, dass mein Vater mit ihr nach dem Gespräch noch mehrmals und auch länger mit ihr telefoniert hat. Angeblich hat sie nichts gesagt, aber länger telefonieren und "nichts sagen" passt irgendwie nicht zusammen. Davon wusste ich nichts und ich hätte es auch nie gewollt. Mein Vater hat sich als "sorgenden Papa" ausgegeben. Er sie so verstanden, dass sie ebenfalls der Meinung ist, dass ICH ein Problem mit IHM habe und nicht wir beide miteinander. Das macht die Sache noch komplizierter...

Nun gut. Es wird kein gemeinsames Weihnachten geben. In diesem Jahr werde ich niemanden aus meiner Familie sehen.

Ich verbringe einen der Feiertage bei meinen Schwiegereltern vor dem Kamin und freue mich über die selbstgestrikten Socken meiner Schwiegermutter.

Je dichter die Weihnachtszeit heranrückt und je weiter sich der Juni entfernt, desto größer wird die Trauer. Leider lähmt sie mich oft im Alltag, so dass ich mich kaum konzentrieren kann - nicht immer gequält von Gedanken, sondern oft einfach nur "nicht hier".

Viele Grüße
Tanja
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