Liebe Linnea,
dankeschön für Deine lieben Worte.

Selbstverständlich nehme ich Deinen "Einspruch Eurer Ehren" nicht übel, warum auch? Ich stimme Dir vollkommen darin zu, dass jeder Mensch es anders verarbeitet. Auch ich denke leider nicht immer positiv, im Gegenteil, ich hatte und habe genug Durchhänger, wo ich einfach nur heule und mir Gedanken mache, wie es weitergehen soll. Aber dann packt mich eben wieder die Wut. Ich sehe es nicht ein, wieso so eine Krankheit einem das Leben nehmen kann. Ich fühle mich noch zu jung um zu sterben, ich habe Familie, die braucht mich auch noch einige Jahre. Man redet immer vom kämpfen, aber bislang war es bei mir eher so, dass ich eben all das gemacht habe, was die Ärzte mir gesagt haben. 2 Operationen, 7 Chemos, das musste eben sein und man fand sich damit ab, denn es gab ja keine Alternative, außer aufgeben, aber das wollte ich auf gar keinen Fall und will ich auch nicht.
Du siehst also, auch ich habe es über mich ergehen lassen, jedoch in dem Bewusstsein bzw. der Hoffnung, dass sich daraus eine Heilung ergibt.
Klar habe ich auch einiges hinterfragt, allen voran die Mimosastudie, es wäre schön, wenn ich an dieser teilnehmen könnte, aber das entscheidet sich am 27 und 29.2.2008.
Alles habe ich übrigens nicht hinterfragt, bspw. warum die Oberärztin meinte, dass man ohne Darm nicht leben kann. Nein, ich weiß, dass das nicht möglich ist, es ging darum, wieso man den kleinen Tumorrest < 2 cm am Darm nicht weggeschnitten hatte. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann überkommt mich schon Angst, dass vielleicht die Tumorreste klein gewesen sind, aber unter Umständen über den ganzen Darm verteilt und dass man deshalb diese Reste mit Chemo wegbekommen wollte und ich hoffe es, wie schon mehrfach erwähnt, dass man das auch schon geschafft hat. Ich hatte es nicht hinterfragt, denn was hätte es mir gebracht, wenn es wirklich so gewesen wäre im vergangenen Jahr?
Ja, ich gebe zu, ich verdränge es mitunter auch sehr gerne, denke, dass ich gesund bin und alles andere eben nur eine Art böser Traum, auch das bin ich. Ich fühle mich ja so sehr gut, da fällt es einem relativ leicht, es zu verdrängen. Aber dann kommen eben wieder diese Ängste und Sorgen. Angst vor der kommenden Woche, dem Ergebnis, ausgerechnet an einem Freitag erfahre ich es, wird es dann ein schönes oder ein weniger schönes Wochenende usw. usw. usw.
liebe Grüße, auch an Deine Mutter
von Manu